ASW: Wie Alles Began 2

Weil der Auslöser bei der Charaktererschaffung ein wesentlicher Punkt ist, hab ich vor einiger Zeit mal ein paar Ideen als Inspiration für eigene Auslöser oder als Ausgangspunkt für ein Szenario zusammengestellt. Hier noch ein paar weitere davon…

 

Ich hab mir im Kino „Ich spuck auf dein Grab“ in der Mitternachtsvorstellung angeschauen. Dann bin ich eingeschlafen. Als ich aufwachte, war niemand mehr da. Es gab wohl einen Krieg, oder sowas, und als ich am nächsten Tag an meinen Arbeitsplatz kam, war da schon einer und die Polizei kam und nahm mich mit. Sie haben  mich ins Gefängnis geworfen, einen Richter habe ich niemals gesehen.

Ich denke, ich sollte ihnen dankbar sein, dass sie mich jetzt raus gelassen haben, aber über 30 Jahre in einem Gefängnis machen Sachen mit Dir, insbesondere, wenn du nichts getan hast. Jetzt bin ich draußen und will mein Leben leben.

Das Einzige, was ich aus dem Knast mitnehme, sind die guten Freunde, die ich in der Einzelhaft gewonnen habe.

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Ich war gerade 12 geworden, als ich meine Kinderbibliothekskarte gegen die der „Erwachsenenbibliothek“ getauscht. Es war mitten am Tag, die meisten Erwachsenen haben gearbeitet und außer mir war nur eine alte Bibliothekarin in den verlassenen staubigen Räumen unterwegs.

Und das Mädchen…

Sie stand mit dem Rücken zu mir, als ich in die Sachbuch-Abteilung ging, weil ich dachte, ich würde Wasser plätschern hören.

Sie war ungefähr neun oder acht Jahre alt. Sie trug ein Sommerkleid und war kalkweiß. Sie trug keine Schuhe und um ihre blanken Füße war eine Pfütze aus Tinte. Es lief ihr in kleinen Bächen die Beine entlang.

Als sie mich entdeckte, drehte sie sich nach mir um. Ihre Zähne und ihre Zunge waren schwarz und feucht. In ihren Händen trug sie ein offenes Buch, dick wie ein Lexikon.

Sie sagte: „Sie bleiben nicht drin. Sie tun’s nicht. Gott muss mich hassen.“

Dann leckte ihre kleine Zunge über die bedruckten Seiten und die Worte verschwanden. Und das Tropfen begann wieder und die Pfütze zu ihren Füssen wurde wieder ein bisschen größer.

Ich habe seither keine Buch mehr gelesen… 

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Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll: Mama war eine neuheidnische feministische Schlangenbeschwörerin, Papa hat Meth für die Hell’s Angels gekocht, um seine anderen Projekte zu finanzieren.

Manchmal durfte ich Papa im Keller helfen oder Mama beim Füttern der Schlangen. Mein Bruder hat das nicht so gut gefunden, er wollte ein normales Leben und eine normale Familie. Doch dann haben die Stimmen ihm Geheimnisse über die Kinder in der Schule verraten, die uns gehänselt haben und er hat sie ihnen dummerweise erzählt. Billy McGammon hat ihn so verprügelt, dass er drei seiner Zähne verloren hat. Er hatte Billy gefragt, ob er mag, wenn sein Vater nachts zu ihm ins Zimmer kommt und ihn berührt.

Billy ging dann von der Schule und sein Vater kam kurz darauf ins Gefängnis und soll sich später auf gehangen haben. Billy wurde auch von der Schule verwiesen und hing seitdem nur noch im Haus rum und half Papa. Mama meinte, ich sollte später das mit den Schlangen machen, aber ich wusste, das ist nicht mein Ding. Ich weiß eigentlich gar nicht, was mein Ding ist. Die Welt ist so seltsam. Ich suche noch meiner eigenen seltsamen Aufgabe.

 

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