Das WU-Tarot

„Wenn man sich vom symbolischen Prozess ein Bild machen will, so sind dafür die alchemistischen Bilderserien gute Beispiele […]. Treffende östliche Beispiele sind das tantrische Chakrensystem oder das mystische Nervensystem des chinesischen Yoga. Es hat auch allen Anschein, als ob die Bildserien des Tarot Abkömmlinge der Wandlungsarchetypen wären.“   

-C.G. Jung „Über die Archetypen des kollektiven Unbewussten“

Wie Jung später im selben Text sagt, ist es gefährlich, unbewusst mit Archetypen umzugehen: solche archetypischen Bilder sind sehr stark, und wenn man sich ihrer nicht bewusst ist, können sie die Kontrolle über das Bewusstsein übernehmen.

Ein Mitglied der neo-zoroastrischen „Kirche des kryptischen Orakels“ ist im Begriff ein alternatives Tarot im Bewusstsein der Menschheit zu etablieren, um die Archetypen im Unsichtbaren Rat zu schwächen. Erschaffen von einem lobotomisierten haitianischen Avatar des Boten, wurden diese Bilder auf den ursprünglichen Gringonneur-Karten aufgetragen, die bereits 2002 in der Bibliotheque Nationale in Paris ausgetauscht wurden.

Die Bilder des WU-Tarot (ausgesprochen „dabbelju-ju“) tauchen seit einigen Monaten immer wieder unterschwellig in Fernsehsendungen, der Werbung und in Graffitis rund um den Erdball auf, doch jetzt erst hat es die menschliche Gemeinschaft ausreichend durchsetzt, dass die ersten Effekte beginnen. Von Kanada ausgehend gab es überall auf der Welt Gerüchte von Gottläufern, die schreiend aus ihrem Schlaf erwachten und von Verformungen ihrer Seele berichteten.

Ein Transsexueller, der den Weg des mythischen Hermaphroditen verfolgte, versuchte sich in einem Sägewerk in Ontario zu zweiteilen, da er den Weg des Zwillings verfolgen wollte. Ein Avatar des Wilden Mannes wurde kreischend in den Wäldern Vermonts gefunden, da er das Tohu Bohu in seiner Perfektion meistern wollte und eine Gottläuferin der fliegenden Frau fand man in München im Deutschen Entomologische Institut. In der Universitäts-Nervenklinik konnte man ihren hysterischen Schreien entnehmen, dass sie die Königin der Molarkäfer wäre.

Und das ist nur der Anfang! Pro Woche, in welcher das Tarot seine Wirkung entfaltet, verliert jeder Avatar, dem sein Avatarwert gelingt, 1 Punkt seines Wertes. Gleichzeitig muss ihm eine Wurf auf Identität der Stufe 6 gelingen, oder er verhält sich für einige Zeit wie eine Figur aus dem WU-Tarot, bei einem Patzer bricht der Avatar nachhaltig sein Tabu. Im schlimmsten Fall würde das Tarot sogar wie eine Miniaturausgabe des Hauses der Renunziation für sämtliche Gottläufer wirken.

Quelle: Cards-of-Wu von Ellis Nadler

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