Der Mann, der nicht geboren wurde

Peter Knocky ist ein Golem, ein Stalker und ein Serienkiller. Er lebte sein Leben unreflektiert, wie es Golems nun mal tun, bis er schließlich eine Freundin fand. Sarah hatte sich in den schweigsamen Mann in einer Bar verguckt, als dieser jeden Abend an der gleichen Stelle an der Theke saß und in sein Bier starrte. Sarah liebte schweigsame und ruhige Männer und ging eines Abends zu ihm und sagte: “Sie sollten sich wirklich eine Freundin suchen, so einsam wie Sie zu sein scheinen.” Peter gehorchte dem Befehl.

Wie es aber kommen musste, kam es, und die junge Sarah wollte bald mehr Zuneigung und Liebe – mehr Menschlichkeit – als Peter ihr geben konnte. Sie verließ ihn mit den Worten: “Du bist wie eine Maschine, Peter Knocky. Sei einmal ein Mensch! Solange du das nicht schaffst, wirst du allein bleiben.” Wieder gehorchte Peter dem Befehl der kleinen Frau.

Filme lehrten Peter, dass zwei Dinge Voraussetzung für Menschlichkeit sind: Liebe und Tod. Und so begab sich der Golem auf die Suche nach Liebe und verband sie auf seine eigene Weise mit dem Tod.

Peter Knocky sucht seitdem nach Frauen, die er lieben kann und gibt ihnen alle Nähe und Zuneigung, die ihm möglich sind. Er verfolgt sie, schreibt ihnen Briefe und hinterlässt Geschenke. Er beschützt sie vor aufdringlichen Menschen, die ihnen zu Nahe kommen und sie belästigen – zum Beispiel ihre Ehemänner, die mit ihnen streiten und Dinge von ihnen verlangen, wie arbeiten oder einkaufen oder sich um die Kinder zu kümmern. Auch vor den Kindern schützt Peter die Frauen, denn sie rauben ihnen die Freiheit und tyrannisieren sie, schreien nachts und machen Dinge kaputt. Später verbindet Peter seine Liebe mit dem Tod, entsorgt die Frauen anschließend so gut er kann, ohne entdeckt zu werden, und sucht sich eine neue Angebetete.

Peter wird mit jedem Mord besser. Irgendwann wird er es – muss er es einfach schaffen, ein Mensch zu werden. P. Knocky wünscht sich doch so sehr ein richtiger Junge zu sein.

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