Der Neider

Eine Abenteueridee für “Festgekettete Träume”.

Der Neider

Frank ist der ewige Student. Er finanziert sein Soziologiestudium mit der Arbeit in einer Videothek, verbringt die Tage vor dem Computer, um Online-Spiele zu zocken und die Nächte mit seinen wenigen Freunden in Kneipen bei Diskussionen und dem Bewerten von Leuten, mit denen er noch nie mehr als drei Worte gesprochen hat. Doch seine Freunde ziehen nach und nach weg und es wird täglich schwieriger für ihn, neue Menschen kennenzulernen. Er wird zunehmend einsamer, verbitterter. Er ist der Typ, der auf Partys mit verschränkten Armen, Strubbelbart und schwarzer, speckiger Lederjacke an den Türrahmen gelehnt dasteht und den Raum beobachtet. Leute klopfen ihm auf die Schulter, wenn sie sich an ihm vorbeidrängeln, sagen: „Na, Frank, alles klar?“, und gehen schnell weiter, bevor er mit ihnen ein Gespräch beginnen kann.

Eines nachts, als er angetrunken und von einer Zweitsemesterin abgewiesen über die Hohenzollernbrücke geht, sieht er durch Zufall ein Schloss mit Namen, die er kennt. Er kauft sich am nächsten Tag einen Bolzenschneider und zertrennt voller Neid und Selbsthass das Schloss und wirft es in den Rhein.

Er ist seitdem sechs weitere Mal auf der Brücke gewesen und hat diesen gewalttätigen Akt im Schutze der nebligen Dunkelheit an zufällig ausgewählten Schlössern vollführt, der durch die symbolisch aufgeladene Umgebung schließlich magischen Charakter annahm. Mit dem siebten Schnitt des Bolzenschneiders brachte Frank die Gewalt dorthin, wohin er sie in Gedanken sandte.

Lea und Roland (15 und 16 Jahre alt) sind zwei Gymnasiasten, die seit kurzem in unendlicher, alles verschlingender Liebe verbunden sind. Eines abends jedoch bei einer Party entladen sich ihre Gefühle in Gewalt und Wut. Es wäre fast zu einer Vergewaltigung gekommen, hätten Leas Wutschreie nicht den Lärm im eigentlichen Partyraum durchdrungen. Andere Gäste kamen ihr zu Hilfe und verprügelten in gerechtem Zorn den scheinbar „irre gewordenen“ Roland fürchterlich.

An Schusswaffen kommt der emotional und körperlich verletzte Roland nicht heran, aber auch mit selbst gebauten Bomben, kann man einen hervorragenden Amoklauf arrangieren.

Der „Fall Roland“ ist nicht der letzte dieser Art und bald wird der okkulte Untergrund auf die magischen Schwingungen aufmerksam, die von all diesen Vorfällen ausgehen.

Weiter geht es Donnerstag.

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