Die Unbekannte Zone

Die Wiederholung dieser Kultserie aus den Fünfzigern im 4ten brachte mich dazu, einen Artikel aus dem englischsprachigen UA-Forum zu übersetzen/ergänzen und hier zu veröffentlichen.

Eine alternative UA-Kampagne in den 50ern  

Es gibt eine fünfte Dimension jenseits der menschlichen Erfahrung – eine Dimension, so gewaltig wie der Weltraum und so zeitlos wie die Ewigkeit. Es ist das Zwischenreich, wo Licht in Schatten übergeht, Wissenschaft auf Aberglaube trifft. Sie liegt zwischen den Fallgruben unserer Furcht und den lichten Gipfeln unseres Wissens. Dies ist die Dimension der Fantasie, das Reich der Dämmerung – die Twilight Zone.

Die Schläfer in den Fünfziger Jahren des 20ten Jahrhunderts hatten es verdammt schwer, ihre Zeit als langweillig darzustellen. Damals war der okkulte Untergrund nämlich nicht einfach nur eine Subkultur, sondern eine eigene Dimension voller Wahnsinn und Schrecken. Eine Dimension nicht gebildet aus Zeit und Raum, sondern von Macht und Wissen, die Dimension der Unbekannten Zone.

In diesem alternativen Setting sind die Spielercharaktere Mitglieder der Schläfer, die von Kleinstadt zu Kleinstadt reisen, um die dortigen okkulten Flächenbrände niederzuschlagen. Manchmal reichen klärende Gespräche, manchmal muß man mit Magie nachhelfen und von Zeit zu Zeit sprechen die Waffen. Was immer sie dort finden, es wird sie für den Rest ihres Lebens in ihre unruhigen Träume verfolgen.

Warnung:  es folgen Spoiler!

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Im Toten Winkel  (Little Girl Lost – Staffel 3 Folge 26)

Ein Mitglied der Schläfer mit gutem Kontakt zu den hiesigen Polizeibehörden bekommt einen verstörenden Anruf. Ein kleines Mädchen namens Tina Miller ist unter ihr Bett geklettert und verschwunden. Man kann ihre Stimme hören, sie aber nirgendwo finden. Bei genauer Suche finden sich Spuren, dass ein Teil der an das Bett schliessenden Wand für einen kurzen Moment offen gestanden haben mußte und in eine ander Dimension führt. Welcher Bastard würde ein harmloses Kind in einen Raum der Renuntiation bringen? Sind es Agenten des Raums der offenen Augen, in dem die Regeln der Perspektive und des räumlichen Bewußtseins soweit verunstaltet werden, daß ihre Opfer in neue unkonventionelle Richtungen denken und so zu großartigen Künstlern und prägenden Wissenschaftlern werden, oder zu sabbernden Wahnsinnigen. Das Verschwinden eines Kindes ist unwichtig im Angesicht eines solchen schreckenbringenden Raumes, der untersucht und schließlich für immer geschloßen werden muß. Nichtsdestotrotz kann man das Kind natürlich retten.

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Dr. Samuel Hotchkiss, Agent des Raums der offenen Augen

Dr. Samuel Hotchkiss war einst ein Gottläufer des rationalen Wissenschaftlers, der durch streng logisches Planen in kürzester Zeit bis in den Unsichtbaren  Rat aufstieg, aber im selben Moment durch die Menge an zufälligen – seinem logischen Wesen widerstrebenen Archetypen – direkt in das Haus der Renuntiation zurückgeworfen wurde. Seither ist er aller Rationalität verloren gegangen, bekam aber die irrationale Fähigkeit der Ahnung als Geschenk. Mit seinem kahlgeschorenen Schädel, immer neue Wunden und Blessuren, schwitzend, sabbernd und keuchend ist Dr. Hotchkiss trotz seines zerrissenen Laborkittels nun ein aufs Kreatürliche reduzierte Mensch, der nach einem Ausweg in einem Wahrnehmungschaos sucht und für den Raum der offenen Augen nach Opfern Ausschau hält.

Persönlichkeit: Soziopath

Obsession:  Seinen Opfern die Wahrheit vor Augen führen.

Temperament

  • Wutimpuls: Logik.  Leute, die ihm mit wohlüberlegten Ratschlägen oder Argumentationsketten kommen, sind ihm zuwider.
  • Furchtimpuls:  Blitze (Identität).  Er kann sich kaum an seinen Aufstieg erinnern, aber irgendwie gab es einen Blitz und er war in der Hölle. Nun muß er jemanden finden, dem er dafür die Augen öffenn kann.
  • Tugendimpuls: Schweigsamkeit.  Früher hat er gerne vor Publikum gesprochen, nun hört er den Menschen zu und versucht instinktiv ihre innersten Beweggründe zu erkennen.

Attribute 

  • Körper (brutal) 60 – Sportlichkeit 15; Kämpft wie ein Höhlenmensch (Handgemenge) 50; Groß und unbeweglich 40             
  • Schnelligkeit (tierhaft) 70 – Ausweichen 30; Initiative 50; Fahren 15; Kann instinkthaft mit Waffen umgehen 40        
  • Verstand (irrational) 30 – Allgemeinbildung 15; Erschnüffeln (Wahrnehmung) 40; Schleicht in den Schatten (Verbergen) 20          
  • Seele (geöffnet) 60 – Ausstrahlung 15; Lügen 25; Ahnungen* 50   

Geisteszustand 

  • Gewalt 3/4
  • Isolation 0/0
  • Hilflosigkeit 1/4
  • Übernatürliches 2/4
  • Identität 1/3

 

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Die lächelnde Stadt  (It’s A Good Life – Staffel 3 Folge 8 )

Es gibt diesen Fall, den die Schläfer schon vor langer Zeit zu den Akten gelegt haben: eine Kleinstadt namens Peaksville im mittleren Westen der USA ist verschwunden. Keine Straßen, keine Einwohner, selbst die Erinnerung an den Namen der Stadt schwindet langsam.

Doch die Akte wird wiedereröffnet und in die Hände der Spielcharaktere gelegt, als seltsame Erscheinungen in einem nahegelegenen Kornfeld vor sich gehen. Zunächst Spielzeuge, dann Hunde und schließlich verwirrte Menschen, die behaupten sie kämen aus jener verschwundenen Stadt, fallen den Schläfern in die Hände. Die Leute erzählen von einem tyrannischen Jungen, der die Stadt ins seinen Klauen hält und jeden, der Schlechtes über ihn denkt oder ihm Übles will, in ein Monster verwandelt. Die Schläfer müssen eingreifen:

Nach einem geeigneten Ritual  in ebenjenem Kornfeld, heißt sie ein kleiner blonder Junge namens Anthony herzlich in seiner Stadt willkommen, jedenfalls solange sie freundlich sind und nicht zuviel Lärm machen. Nach einer kurzen investigativen Umschau erkennen sie, daß das Kind von einem Mächtigem Effekt getroffen wurde, der mit einem anderen okkulten Ereignis im Zusammenhang steht, den die Charaktere vor einiger Zeit untersucht (oder sogar ausgelöst) hatten. Das jungendliche Gehirn konnte diesen Effekt nicht verarbeiten und nun füllt sich sein Hirn schmerzvoll mit all den schlechten Gedanken der Bewohner der Stadt. Als unbewußte Reaktion sendet Anthony kindliche Illusionen von Monstern an diese zurück. Und je erschreckter diese werden, um so mächtiger wurden die Illusionen dieses  Jungen, bis sie die gesamte Kleinstadt vor den Augen der Welt verschlangen.

Doch jetzt sind die großen Jungs da, und es ist Zeit therapeutisch einzugreifen oder den kleinen Tyrannen einfach umzulegen.

 

Anthony

Anthony, ein fünfjähriger Junge, ist eigentlich ein sehr liebenswerter Blondschopf, der durch die Umstände zu einem egoistischen, herrschsüchtigen Monster geworden ist.

Persönlichkeit: Unschuldiges Monsterkind

Obsession:  –

Temperament

  • Wutimpuls: Erwachsene. Die ganzen Erwachsenen denken Böses über ihn und das tut schrecklich weh.
  • Furchtimpuls:  Schmerzen (Hilflosigkeit). Wenn man ihm wehtut, schlägt er einfach zurück.
  • Tugendimpuls: Kreativität. Anthony malt gerne und mag Gruselgeschichten mit Monstern drin.

Attribute 

  • Körper (kindlich) 20 – Weglaufen (Sportlichkeit) 35; Handgemenge 15     
  • Schnelligkeit (kaum zu halten) 80 -Aus Klammerung von Erwachsenen winden (Ausweichen) 50; Initiative 40; Radfahren 30; Auf Bäume klettern 30    
  • Verstand (pffifig) 60 – Allgemeinbildung 15; Wache Augen (Wahrnehmung) 40; Verstecken spielen (Verbergen) 50       
  • Seele (zerbrochen) 60 – Ausstrahlung (Süßer Fratz) 30; Lügen erkennen 25; Böse Gedanken* 50         

Geisteszustand 

  • Gewalt 2/0
  • Isolation 3/0
  • Hilflosigkeit 3/0
  • Übernatürliches 2/0
  • Identität 3/0

Böse Gedanken: Jeder, der daran denkt, Anthony etwas anzutun, muß eine Wurf auf sein Seelenattribut machen und mit diesem gleichzeitig über dem Wert von Anthonys „Böse Gedanken“ kommen (das heißt Charaktere mit einem Seelenwert unter 50 scheitern automatisch), ansonsten kann er diese Aktion nicht ausführen und bleibt für (Summe der erwürfelten Augen) Sekunden bewegungslos stehen. Gleichzeit bemerkt Anthony dessen Tun. Will Anthony von sich aus diese Fähigkeit einsetzen, so muß ihm nur ein Wurf darauf gelingen und sein Opfer verwandelt sich in ein hilfloses Monster.

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