Drei Engel für Unknown Armies

In einem humanozentrierten Rollenspiel wie Unknown Armies muss es das Konzept Dämonen und Engel natürlich auch geben. Hier drei Vorschläge, wie man sie im Spiel umsetzen kann

Gefallene Engel – Aufgestiegene Dämonen
Engel und Dämonen sind tief im kollektiven Unterbewusstsein verankert und manifestieren sich, genauso wie andere übernatürliche Wesenheiten, an bestimmten Orten oder bestimmten Zeiten. Dämonen sind (wie im GRW definiert) die Seelen verstorbener Menschen, deren Obsession ihnen nicht erlaubt nach ihrem Tode Frieden zu finden. Stattdessen versuchen sie Besitz von anderen Körpern zu ergreifen, um ihr obsessives Tun fortzuführen.

Engel dagegen sind… genau dasselbe. Nur sind ihre Obsessionen auf Taten gerichtet, die im ersten Moment selbstloser scheinen. Die Obsession nach Gerechtigkeit, Harmonie, Friede oder das „Gute im Allgemeinen“ erschaffen einen Engel, dessen Streben genau darauf gerichtet ist. Wehe dem, der einem Rachenengel (Gerechtigkeit) oder einem religiösen Eiferer („Gutes im Allgemeine“) der übelsten Sorte mit übernatürlichen Fähigkeiten begegnet.

Es gibt Menschen, deren Obsession sich auf genau eine andere Person richten. Stirbt dieser Mensch, so besitzt diese Person von da an einem Schutzengel. So gibt es zahlreiche Berichte von Menschen, die behaupten, Kontakt zu ihrem Schutzengel zu haben, ihn gesehen oder gespürt zu haben beziehungsweise von ihm aus einer kritischen Situation gerettet worden zu sein. Aber gleichzeitig kann dieser übelste Stalker-Attituden an den Tag legen, eifersüchtig über dessen Leben wachen und jeden gefährden, der in die Nähe ihres Schützling kommt.

engel (c) Wendigogo 2015

Der Zauberberg
Manche Avatarin der fliegenden Frau wurde insbesondere in katholisch geprägten Ländern zu einem Engel erklärt. So gibt es in Venezuela am Cerro Ponce Leon einen Marienkult, der neben vorspanischen und europäischen Traditionen auch Bräuche afrikanischen Ursprungs besitzt und ständig von überwacht wird.

Die Einheimischen sagen, sie wäre eine Heilige und Schamanin. Von dem Indiodorf in dem sie lebte und ihrem spanischstämmigen Vater ausgestoßen, zog sie sich in die Berge zurück. Hier errichtete sie ihr Königreich. Einige behaupten, sie säße auf einem Thron umringt von Schlangen, andere sahen sie auf dem Rücken eines gewaltigen Ameisenlöwens durch die Berge streifen. Meistens sieht man sie jedoch am Himmel, von wo sie mithilfe ihrer gewaltigen Flügel in den Aufwinden schwebend ihr Reich überwacht.

Der Hauptaltar, an dem ihr Opfergaben (Rum, Kerzen, Tabak, Karten, Amulette, Nadeln, Puppen und Kreuze) dargebracht werden und die Gebete gesprochen werden, liegt am Fuße des höchsten dieser Berge. Von hier aus flüstert sie aus dem Dunkel des Dschungels Ratschläge an all jene Frauen, die sich an sie wenden.

De Coelesti Hierarchia
„Wir aber behaupten, dass in jeder heiligen Gliederung die übergeordneten Rangstufen auch die Erleuchtungen und Kräfte der untergeordneten haben, dagegen die letzteren nicht an den Erleuchtungen und Kräften der übergeordneten teilhaben.“

Ein apokrypher christlicher Autor, der das Pseudonym Dionysius Areopagita wählte, nahm um ca. 500 n. Chr. mit seiner Abhandlung „Über die himmlische Hierarchie“ eine Systematisierung der Engellehre vor. Als Kind seiner Zeit war er von der Dreizahl fasziniert und teilte die Engel in drei Hierarchien ein. In einer von einem italienischen Bibiomanten ersteigerten Ausgabe eines ins Arabische übersetzten Traktats aus dem 10. Jahrhundert finden sich zudem Anmerkungen, die die Engel in 333 Rollen unterteilte. Allerdings gäbe es noch nicht genug Engel, die sich würdig genug zeigten, jede Rolle auszufüllen. Der Zusammenhang zum Unsichtbaren Rat ist augenscheinlich.

Die untere Triade steht in der Mittlerschaft zu der Welt der Menschen. Diese Wesen dienen als vollziehende Organe, die den Willen und die Offenbarung Gottes an dessen Geschöpfe übermitteln. Sie übernehmen die Rollen eines Händlers, eines Boten oder sogar die eines Henkers. Sie befinden sich in der Rangordnung unmittelbar über den Menschen und können damit als Grenzgestalten zwischen Himmel und Erde bezeichnet werden. Ihr Zahl lautet 239.
Die mittlere Hierarchie besteht aus den Herrschaften, Mächten und Gewalten. Unter ihnen der Engel der See und der Engel der Leibesertüchtigung. Diese zählen 78 Wesen.
Die Wesen der obersten Hierarchie leben laut Dionysius unmittelbar bei Gott und stehen in starker Verbindung zu ihm. Sie umkreisen ihren Herrscher und singen unaufhaltsam dessen Lob. Zu ihnen zählen die Seraphim, Cherubim und Throne, die sich durch ihre Reinheit und Vollkommenheit auszeichnen. Sie sind dem Krieg, der Wahrheit oder der Natur zugeordnet. Überraschenderweise gibt es auch einen, der den Müttern gewidmet ist. Diese Wesen sind 13 an der Zahl. Dionysius schließt mit der Warnung, dass die Apokalypse über die Menschheit hereinbrechen wird, sobald sich die Zahl aller Engel auf 333 erhöhen sollte.
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Dies ist ein Artikel zum Thema Engel und Dämonen für den aktuellen Karneval der Rollenspielblogs.

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