Es war einmal in China…

… vor gar nicht allzu langer Zeit, als sich die Gelehrten aufmachten eine Übersetzung der Grimmschen Märchen zu finden. Sie suchten in den tiefsten Stollen der Bibilotheksberge, erklommen die höchsten Türme der klügsten Zauberer, doch allein sie fanden nichts. Was also tun, fragten sie dann und wussten keinen Rat. Doch da besann sich der Weiseste unter ihnen und begab sich auf eine Fahrt in das Nachbarreich von Sushi und Toyota. Dort fand er die gesuchten Geschichten und brachte sie zu den Gelehrten die sich eifrig an die Übersetzung machten. Sie schrieben und schrieben, bis ihre Stifte stumpf waren und ihre Tinte verbraucht. Als alles fertig übersetzt war, ließen sie die Bücher drucken und mit einem wunderschönen Einband versehen, auf das jedes Kind sich an den Grimmschen Geschichten laben könne. Doch oh Graus! Es stellte sich heraus, dass die Menschen des Nachbarreiches eine ganz andere Art der Grimmschen Märchen bevorzugen. Märchen die uns Frommen rote Ohren bereiten. Märchen in denen Schneewitchen unkeusch mit den Zwergen verkehrt. Bei allen Göttern und Heiligen, was ist da passiert, fragten sich die chinesischen Gelehrten. Waren wir blind als wir die Bücher lasen und in unsere Sprache übersetzen? Oder haben sich die Bücher magisch verändert? Sind wir der Opfer eines Zaubers, einer Einflüsterung gar? Nun war guter Rat teuer und schließlich mussten die Gelehrten aus ihren Universitäten und Tempeln eilen und durch das gesamte Land reisen und ein jedes Buch zurückbringen, auf das keines Menschenauge die verbotenen Geschichten zu sehen bekommt. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann suchen sie noch heute.
Ende

Eine wahre Geschichte (siehe hier) und offensichtlich eines der größten pornomantischen Rituale unserer Zeit. Erleben wir möglichweise eine neue Ära der Pornomantie in China? Steht die Ein-Kind-Politik möglicherweise kurz vor dem Ende? Und was geschieht mit den wenigen Büchern, die noch in China zu haben sind? Schon heute munkelt man im Okkulten Untergrund von mächtigen Artefakten. Nur wenige Bücher sind der chinesischen Zensur entkommen und möglichweise eröffnet sich demjenigen, der solch ein Buch findet und die darin beschriebenen magischen Praktiken durchführt, ein neuer Hinweis auf das, was wir die Nackte Göttin nennen.

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