Festgekettete Träume

„Festgekettete Träume“ ist ein Kampagnenhintergrund, der in jedem modernen Rollenspiel eingesetzt werden kann, in dem Magie nicht fremd ist. Es ist durch und durch „Unknown Armies“, aber Magie, Fanatismus und unsterbliche Liebe finden auch in jedem anderen Rollenspiel ein Zuhause. Inspiriert wurden die folgenden Ideen von einem Spaziergang über die Hohenzollernbrücke, die die Kölnmesse mit dem Kölner Dom verbindet. Der Spaziergang fand zur Zeit der RPC 2010 statt.

Als ich Samstagnacht über die Hohenzollernbrücke in Köln ging, um von der RPC zu meinem Hotel zu gelangen, sah ich all diese Vorhängeschlösser an dem Zaun, der die Bahntrasse vom Fußweg abgrenzte. Das Ergebnis ist diese fünfteilige Artikelreihe mit Abenteuerideen und einem kompletten Abenteuer.

Festgekettete Träume

An der Hohenzollernbrücke in Köln ketten Leute ihre Ideen und ihre Liebe fest.

Seit 2008 hängen frisch verliebte Paare Vorhängeschlösser mit ihren Namen an den Eisenzaun zwischen Bahntrasse und den außen liegenden Fußwegen der Brücke, die den Dom mit der Kölnmesse verbindet. Sie schließen ihre Liebe an, werfen meist den Schlüssel in den Rhein und hoffen, dass ihr symbolischer Treueschwur mehr ist als fünfzehn romantische Minuten, in denen sie Händchen haltend über die Brücke spazieren, um das Schloss anzubringen.

Tausende von Wünschen hängen inzwischen an der Brücke und haben Macht erlangt – Tausende tote Ideen und Geister der Vergangenheit, die von den Gedanken derer, die den Brauch nutzten, dort festgehalten werden.

Die Intrigenschlacht

Die schiere Menge an durch eine symbolische Handlung permanent gemachten Liebesschwüren sorgt dafür, dass die Brücke selbst magische Macht erlangt, ebenso wie die auf den Schlössern verewigten Namen und Daten. Manche Schlösser tragen nur Vornamen ohne Datum oder nähere Bezeichnung, und so werden Verbindungen zwischen Menschen gestrickt, die zufällig die gleichen Namen tragen. Völlig fremde Menschen fühlen sich plötzlich zueinander hingezogen. Zerstört auf der anderen Seite jemand ein solches Schloss, z. B. aus Verbitterung über eine misslungene Beziehung, hassen sich Menschen, die die gleichen Namen tragen plötzlich ohne weiteren Grund. Die Brücke verbreitet emotionale Macht und das kann der okkulte Untergrund nicht ignorieren.

Die Reaktionen sind vielfältig. Manche versuchen die Macht anzuzapfen, andere wollen sie zerstören, weil sie Angst vor den Schläfern haben oder die Macht ihren eigenen Zielen in die Quere kommt. Pornomanten, die ihre Namen auf Liebesschlössern wiederfinden, sehen sich beispielsweise plötzlich ihrer Macht beraubt (siehe „Die Pornomantin“). Andererseits zieht ein Avatar des Liebenden große Macht aus der Brücke und will sie um alles in der Welt beschützen, bis er aufgestiegen ist.

Pläne werden ausgearbeitet und in die Tat umgesetzt; Konflikte brodeln und widersprüchliche Ziele treffen mit Wucht aufeinander. Mehrere Gruppierungen versuchen die Bahn zu beeinflussen. Noch duldet die Bahn diesen Brauch, spätestens aber wenn die Sicherheit durch Tonnen von Vorhängeschlössern gefährdet wird, muss sie eingreifen.

Die Liebesschlösser könnten einen Krieg im Kölner Untergrund entfachen.

Weiter geht es am Montag.

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