Fritz Langs Projektor und die Silver-Screen-Geister

Fritz Lang, der 1890 in Wien geborene Regisseur, wurde schnell zum Star. In den 20er Jahren stand er, wie kein anderer, für den Begriff Großfilm. „Der müde Tod“, „Dr. Mabuse“, „Die Nibelungen“, „Metropolis“ –  das waren Filme, deren Budget alles Dagewesene übertraf.
Schon früh rankten sich Legenden um Lang und sein Leben. Der Tod seiner ersten Ehefrau brachte ihn ins Zwielicht. Sie starb durch einen Schuss in die Brust, doch das offizielle polizeiliche Untersuchungsergebnis Selbstmord steht bis heute in Frage. Lang hat immer behauptet, es gebe auf der einen Seite seine Filme, auf der anderen sein Leben. Und das eine habe mit dem anderen wenig zu tun.

1933 floh er vor den Nazis aus Deutschland. Als er nach Amerika kam, hatte er bereits einen Vertrag in der Tasche.  Gary Cooper, Marlene Dietrich oder auch Marilyn Monroe spielten für ihn. Doch die Produktionen wurden kleiner, hatten eher dokumentarischen und gesellschaftskritischen Charakter.  Wegen seiner antinazistischen Filme und seiner Bekanntschaft mit Bertolt Brecht und Hanns Eisler geriet er ins Blickfeld des Kommunistenjägers McCarthy.  Eine kurze Rückkehr nach Deutschland Ende der Fünfziger wurde zum Fiasko:  „Der Tiger von Eschnapur“ und „Die 1000 Augen des Dr. Mabuse“ wurden von der Kritik lächerlich gemacht. Seine fortschreitende Erblindung zwang Lang ohnehin aufzuhören. In den letzten Jahren seines Lebens wurde es still um ihn. Am 2. August 1976 starb Fritz Lang in Beverly Hills.

 

Doch für den okkulten Untergrund blieb er ein steter Quell von Gerüchten, die viele nervös oder gierig machten. Und so gab es immer wieder Nachforschungen nach dem wahren Leben des Fritz Langs. Mancher Zufall kam dabei zu Hilfe und so kamen mehrere Angestellte  von Mak Attax 2010 in den Besitz von mehrere tausend Blatt persönlicher Korrespondenz, ein bis dahin völlig unerschlossener Schatz. Handwerker hatten die Unterlagen in einem Badezimmerschrank von Langs ehemaligem Haus in L. A. gefunden, lange nachdem dessen Witwe, seine dritte Ehefrau Lily Latté, gestorben war.

Lang war (bis zu seinem Zusammentreffen mit Orson Welles) der weltweit erfolgreichste Cinemant. Er konnte von seinem Regiestuhl aus Realitäten verändern und sogar  erschaffen.

Während der Dreharbeiten zu „Rancho Notorious“ (1952) schenkte Marlene Dietrich ihm eine Filmprojektor (Augenzeugen widersprechen sich bei der Frage der Marke „Bell-Howell“ oder „Ampro Premier“), den sie Josef von Sternberg während des Drehs von „The Devil is a Woman“ (1935) gestohlen hatte.

Marlene soll den Projektor später –aufgrund ihrer Unstimmigkeiten während „Rancho Notorious“-  später wieder an sich genommen und ihn 1958 als Dank für ihre Rolle in „Touch of Evil“ an Orson Welles vergeben haben. Das könnte auch den spontanen Karrierebruch in Langs Schaffen erklären.

Nichtsdestotrotz entwickelte der Projektor in Langs Händen bemerkenswerte Fähigkeiten, die in den verschiedensten Tagebücher und Memoiren derjenigen Gästen, die an seinen ausschweifenden Partys teilnahmen, festgehalten wurden. Ob Lang zufällig darüber stieß oder er durch die fortwährenden Versuche von Sternbergs, wieder an sein Gerät zu kommen, Ideen von den mystischen Fähigkeiten des Bell-Howell bekam, ist inzwischen nicht mehr heraus zu bekommen.

Lang war in der Lage mittels des Projektors und eines durch Zeitzeugen nur unvollständig beschriebenen Rituals “geisterhafte Bilder” zu beschwören. Diese „Bilder” konnten physisch mit Gästen interagieren, einem Mann durchs Haar streichen oder sogar seine Krawatte richten. Diese „Geister“ konnte sogar ein Gespräch führen. Allerdings war ihr Wissen stets auf die „Rolle“ beschränkt, die sie zu spielen hatten.

1960, nach dem Fiasko von „Die 1000 Augen des Dr. Mabuse” und immer noch im Zielkreuz des FBIs (besser gesagt in dem der Abteilung PSYCINT ) bekam Lang schwere psychische Problem, brach  in die Villa von Orson Welles ein, der zu dieser Zeit in Italien drehte, und zeigte auf dem Projektor eine Rolle alten Films nach der anderen. Dies brachte eine gewaltige Menge dieser „Silver Screen “-Geister in die reale Welt. Während einige sich bereits nach kurzer Zeit wieder auflösten, blieben andere stofflich und sind seither unter uns.

Insbesondere erzählt man von einer eigenartigen Erscheinung, die Bela Lugosi in seinem weltberühmten Graf-Dracula-Kostüm gleicht, welche immer noch durch Nordamerika streift und von den Schläfern im Zusammenhang mit einigen bizarren Morden in Mexiko City gesucht wird.

Seit diesem Zeitpunkt ist es interessanterweise immer einfacher geworden, den Projektor zu nutzen. Inzwischen kann auf das Ritual vollständig verzichtet werden, jedoch kann man ausschließlich durch das Abspielen von Schwarz-Weiß-Filmen diese „Silver Screen“-Geister manifestieren.

Angeblich soll sich der Bell-Howell derzeit im Besitz eines bekannten deutschsprachigen Regisseurs befinden, der ihn als Waffe gegen seine Konkurrenz in Hollywood dient. Diese werden nun von Herrscharen von durchscheinenden Cowboys, Buckligen, Werwölfen und Vampiren belästigt, die die Häuser und Studios verschiedenster Studiogrößen belagern, Kulissen sabotieren und Drehzeiten verzögern. Die Macher von Hollywood lassen das natürlich nicht an die Öffentlichkeit dringen.

Dieser Typ, den die okkulte Szene nur als „M“ kennt, sucht im Moment Adepten, die ihm dabei helfen, den Projektor für Farbfilme brauchbar zu machen. Nach dem 3D-Boom der letzten Jahre soll dies der neue Hype werden.

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