Houdinis Zwangsjacke

Zum 137 Geburtstag von Houdini.

Es vergeht kein Jahr, in dem nicht irgendwo auf der Welt ein Buch über Houdini erscheint, kein Monat, in dem irgendein Journal nicht eine neue seltsame Geschichte über ihn verbreitet. Er war der unübertroffene Meister der „Stunts“, die ihm jeweils in neuen Gastspielorten die gesuchte Publizität gaben. Seiner Experimentierfreudigkeit war eine unerschöpfliche Phantasie beigegeben, die auf die phantastischsten Einfalle kam: Er veranstaltete Befreiungen aus zugeklebten Papiersäcken, Packkisten, Eisenkäfigen, Postsäcken, Gummizellen.

Selbst sein Tod (an Halloween 1926) umgibt Legenden: ertrank er während eines Bühnenauftritts gefesselt in einem Wasserbehälter, war die wirkliche Todesursache ein geplatzter Blinddarm oder wurde er doch von einer fremden Macht vergiftet? Oder stieg er etwa auf als der Avatar des „Eskapisten“ oder des „entfesselten Prometheus“?

Nach seinem Tode begann das echte magische Erbe des Harry Houdini: tief im Unterbewusstsein der Weltöffentlichkeit verwurzelt, wurden Dinge, die mit Houdini in Zusammenhang standen, zu mächtigen Artefakten des okkulten Untergrunds. So zum Beispiel auch seine legendäre Zwangsjacke…

Houdinis Zwangsjacke (ein mächtiges Artefakt)

“With a kiss. I’d pass the key” –Kate Bush

Die Zwangsjacke ist im Laufe der Jahrzehnte der Gier verschiedener okkulten Gruppierungen zum Opfer gefallen, die sich nie entscheiden konnten, wer das Artefakt besitzen sollte. So groß sei die Macht desjenigen gewesen, der sie trug. So wurde nach und nach Houdinis Jacke in kleine, meist handgroße Stoff- oder Lederfetzen zerlegt. Auch Gurte, Schnalle und Schlaufen tauchen als Einzelteile auf den Märkten der Avatare des Händlers auf und sind als immer noch starkes Artefakt heißbegehrt.

Ist man im Besitz eines dieser Teile, so werden alle Fertigkeiten, die mit Ein- oder Ausbrechen oder der Kunst der Entfesselung im Allgemeinen zu tun haben, als obsessive Fertigkeit gesehen, d.h. man kann bei einer Probe die Würfel tauschen. Dazu ist es nötig, den Gegenstand vollständig im Mund zu verbergen. Einige Besitzer schwören darauf, dass die Wirkung verstärkt würde, wenn man das Artefakt aus dem Mund eines anderen Menschen in den eigenen nimmt, während andere behaupten, das Äußerste dadurch herauszuholen, indem sie den Gegenstand verschlucken.

Es gibt Gerüchte, dass eine französische Fleischkneterin, die auch den Weg der Fliegenden Frau beschreitet, die Einzelteile der Jacke sammelt und die Lederteile mittels Epideromantie mit den Stofffetzen verschmilzt. Dabei schneidet sie allerdings auch den ehemaligen Besitzern immer ein handgroßes Stück aus der Kopfhaut, nur so als kleines rituelles Extra in Gedanken an den Großen Harry Houdini.

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