Kind der Sonne

Ein Unknown Armies Avatar

„Der vollkommen Erleuchtete weiß, dass Leben und Tod den Wellen im Ozean gleichen, die kommen und gehen, und er weiß auch, dass hinter allen Phänomenen etwas liegt, das niemals stirbt, weil es nie geboren wurde.“
-Philip Kapleau

Surfen ist keine Sportart, sondern eine 5000 Jahre alte Philosophie, die ihre Wurzeln in der polynesischen Meeres- und Sonnenanbetung hat. „Nalu“ bedeutet im Hawaiianischen „surfen“, „mit einer Welle ans Ufer gleiten“, einem äußeren, aber auch einem inneren Ziel entgegen, einem „Weg zu sich selbst“. Sun Child (c) Wendigogo 2013

„Heidnisches Brauchtum“ gifteten die calvinistische Missionare, zumal sie die Hawaiianer nackt auf den Wellen reiten sahen, doch spätestens seit den Sechziger Jahren erreichte das Surfen die Baby-Boomer-Generation des amerikanischen Festlands und eroberte es im Sturm. Junge Menschen verließen die Zivilisation und suchten ihr Glück in den unentdeckten Weiten des Westens – nur dass die Berge, die es zu bezwingen galt, jetzt aus Wasser waren. All die Grüppchen, die die Strände bevölkern, die Esoteriker, die Ghetto-Gangs, die Beachboys, die Körperfanatiker, all die Individualisten, die der Sport hervorbrachte, waren so vielfältig wie die Wellen, die sie ritten.

Surfen entwickelte sich schnell zu einer westlichen Form des Zen und manche Surferboys und –girls beschritten diesen Weg der mystischen Kräfte, sie wurden ein Kind der Sonne. Für den Avataren eines Kinds der Sonne gilt es eine besondere Beherrschung von Wind und Wasser zu bekommen. Sie kultivieren ein Leben der vollkommenden Leere, wobei Leere nicht Abwesenheit von etwas bedeutet, das vorher da war, sondern Formlosigkeit, die alles andere durchdringt und damit alles in sich umschließt. Die Einstellung dieser Avatere zum Leben ist damit viel entspannter und naturverbundener als bei anderen Menschen und wenn das Sonnenlicht sie auf den Wellen umschliesst, ruhen sie in sich.

Auch wenn der Avatar im hellen Sonnenschein sein höchstes Potential hat, ist er auch in der Nacht ein reger Typ. Hier kommt jedoch oft seine dunkle Seite zu tage, die sich in erhöhten Drogenkonsum und einer Neigung zur plötzlichen Gewalttätigkeit äussert. Sobald jedoch wieder die ersten Strahlen der Sonne die Haut des Avatars berühren, ist all dies vergessen und er kehrt zurück, um mit der höchsten Welle dem Himmel ein wenig näher zu sein.

Tabu: Ein Kind der Sonne muss jeden Tag mindestens sechs Stunden Sonne an seine Haut lassen. Gelingt ihm das nicht, so verliert der Avatar jeden Tag zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang 1W10 Punkte seiner Fertigkeit bis er seinen gesamten Körper nackt für mindestens sechs Stunden in die Sonne legt.
Symbole: Surfbrett, Badehose, lange Haare, das „Hang Loose“-Symbol
Masken: Māui-tikitiki (polynesisch), Ikarus (graeco-romanisch)
Bekannte historische Avatare:  Duke Kahanamoku alias „The Big Kahuna“ der Vater des modernen Surfings; Bunker Spreckels.

Gaben
1-50%: Der Avatar kann bei allen sportlichen Fertigkeiten die Würfel tauschen als wären es Obsessionsfertigkeiten, allerdings nur wenn der ursprüngliche Wurf unterhalb der Avatarfähigkeit liegt.
51-70% Der Avatar ruht so sehr in sich, dass er eine gerade erhaltene Traumakerbe wieder verschwinden lassen kann, wenn ihm ein Avatarwurf gelingt.
71-90% Nichts hält den Avataren jetzt mehr auf. Türen und Schlösser sind unverschlossen und Versuche, ihn körperlich zu stoppen, kann er mit einem erfolgreichen Avatarwurf ignorieren. Er ist allerdings weiterhin nicht kugelsicher.
91%+ Der Gottesläufer hat seinen Körper nun perfektioniert.  Er kann ab sofort seinen Körperwert durch seine Avatarfähigkeit ersetzen und ist zudem in der Lage über große Strecken zu springen oder sogar für mehrere Sekunden einfach in der Luft zu schweben.

Gerüchte: Viele dieser Avatare tragen Talismane mit Muscheln oder Haifischzähnen, um sich vor Gefahren zu schützen. Viele im okkulten Untergrund fragen sich, weshalb der vielversprechende Gottesläufer James Peruchio aus Santa Cruz einen Anhänger mit einem menschlichen Finger um den Hals trägt.

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Dies ist ein Artikel zum Thema Hitzewelle für den aktuellen Karneval der Rollenspielblogs.

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