Kleine Ängste für Unknown Armies

Das Rollenspiel „Little Fears“ wurde 2001 von Jason Blair herausgegeben und feiert in diesen Tagen seinen 10. Geburtstag. Aus diesem Grund gibt Jason am heutigen Tage die „Little Fears – Birthday Edition“ als pdf in seiner ursprünglichen Version aus. Nur verschönert mit neuen Illustrationen, Regelergänzungen und kommentiert vom Autoren.
In Deutschland erschien die Übersetzung schon 2002 als  „Kleine Ängste“ bei Feder und Schwert, 2009 erschien die 2. überarbeitete „Nightmare Edition“, die vorraussichtlich Oktober 2011 bei F&S als 196-seitiger Hardcoverband Kleine Ängste: Alptraum-Edition veröffentlicht werden wird. Auch wenn im Gegensatz zum Original einige Spiel-Elemente umgestellt oder gänzlich entfernt wurden, wird auch diese Auflage kontrovers diskutiert. Insbesondere die Art wie das Thema Kindesmißbrauch verarbeitet wurde, stieß bislang auf einige Kritik. Nichtsdestotrotz bleibt es ein Kauftipp auch für den Unknown Armies Jünger!

Man spielt in diesem Rollenspiel Kinder, die sich – von den Erwachsenen verlassen – ihren real-gewordenen Alpträume  stellen müssen. Seien es die Monster unter dem Bett, die alten Frau aus dem Nachbarhaus, die eine Hexe ist, oder der bösen Bonbon-Onkel von Kinderspielplatz.

Es ist eine düstere, brutale Welt abseits der Normalität mit Themen, die einen erwachsenen Umgang fordern, und so ist eine Adaption der Ideen für Unknown Armies relativ einfach umsetzbar.

Bemerkungen:
1. Die Inspirationen kommen sowohl aus aus dem amerikanischen Original wie auch der deutschen Adaption.
2. Pan, der König der Lust, ist ein verstörender und schwierig umzusetzender Charakter. Noch mehr als bei den anderen Themen sollte man hier sensibel sein und zweimal überlegen, ob die Spieler mit dem Konzept umgehen können.

 

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Die Könige des „Landes unter dem Bett“

Manchmal stürzen die gefallenen Gottläufer des unsichtbare Rat direkt aus dem Haus der Renunziation in eine seltsame Zwischenwelt. Sie ist erschaffen aus den Ängsten und Alpträumen der formbarsten aller menschlichen Geister, die der Kinder. Um von nun an ihre Macht zu steigern, müssen sie Kinder ihrem Teil dieses Reich einverleiben.

Es gibt Gerüchte im okkulten Untergrund, dass dieses „Land unter dem Bett“ die Heimat all jener Monster ist, die es auf die Unschuld der Kinder abgesehen haben. Hier herrschen jene gefallenen Avatare als die „Sieben Könige“, welche alle über eine große Zahl an übernatürlichen Wesenheiten gebieten, die den Kindern nach der Seele trachten. Als Sinnbild der sieben christlichen Todsünden bringen sie aber auch Menschen unter ihren Einfluss, die den Kindern das Leben zur Hölle machen.

Der Schwarze Mann oder auch Bogeyman – König der Gier (Ein gebrochener Avatar des Boten)
Als dunkle schattenhafte Gestalt mit schwarzer Kleidung wohl hinreichend bekannt, regiert er im „Land unter dem Bett“ von seinem Sitz der Krähenburg (im englischsprachigen Raum ist es das “Black Bird Castle“). Der wichtigste Raum dort ist die „Blaue Halle“ (Big Blue Room), in dem unzählige Käfige mit großen kreischenden Raben stehen. Jeder Rabe ist ein transformiertes Kind. Seine Armee besteht aus Bogeys, Schattenfiguren ohne weitere Eigenschaften. Es wird erzählt, dass man ein Kind befreien kann, indem man aus der großen Anzahl heraus den richtigen Raben mit dem richtigen Bogey vereint. Eine andere Geschichte erzählt, dass ein Rabe, der aus seinem Käfig befreit wird, als weiße Taube aufsteigt und seine letzte Ruhe findet.

Feenkönigin Titania – Königin des Stolzes (Ein gebrochener Avatar der fliegenden Frau)
Einst war Titania Königin des mystischen Feenreiches Arcadia, aber eines Tages kam das Nichts, verschlang das Reich und ließ Titania alleine sterbend zurück. Sie bekam das Angebot, auf ewig jung, schön und Königin zu sein und nahm es an. Seither regiert sie das dunkle Arkadia von ihrer Halle der Spiegel aus. In jedem dieser Spiegel ist eine Kinderseele gefangen. Um ihre Schönheit weiter zu erhalten, muss sie im Blut Unschuldiger baden, deshalb strömen ihre Kobolde und Goblyns aus, ihr eben diese zu beschaffen.

Königin Malefiz oder auch Rael-Schol – Königin des Neides (Ein gebrochener Avatar des mystischen Hermaphroditen)
Königin Malefiz, die in Vorzeiten als Rael-Schol verehrt wurde, lebt in einem großen Schloss, dessen Wände mit dem Blut der Opfer getüncht wird. Sie folgte stets ihrem Pfad der Vervollkommnung und traf eines Tages auf Wesen, die sich ihres Geschlechts nicht bewußt waren, kleine Kinder. Sie wurde eifersüchtig und neidisch, da sie diese Unschuld nie besessen hatte. Nun regiert Rael-Schol in ihrem eigenen Königreich, dessen Name nicht bekannt ist und nur der Anblick von gefangenen Kindern kann ihre Eifersucht und ihren Zorn besänftigen. Doch wenn es ihn irgendwann langweilt, tötet sie ein Kind und hängt ihre Gesichter mitsamt der Seele, die noch immer darin gefangen ist, an eine der Wände des Schlosses. Besucher des Reiches könne sie dann rufen sehen oder manchmal auch Tränen aus Blut, die an den Gesichtern herunterlaufen, bestaunen.  Bei ihrem letzten Besuch in der Wirklichkeit hat sie die Zwerge  zu ihren Kreaturen gemacht und seither sind diese von der Erde verschwunden und dienen ihr als pervertierte Wesen.

Die Eiskönigin oder auch Lamashtu – Königin des Zorns (Ein gebrochener Avatar des Heilers)
Aus dem alten Babylon wurde dieser kinderfressende Dämon, die man dort als Lamashtu verehrte, ins „Land unter dem Bett“ gebracht und herrscht nun von einer Nachbildung einer palastartigen Kirche des alten Babylon aus kaltem Eis, umschlossen vom ewigen Weiß des Winters, aus. Sie ist die Königin des Missbrauchs und der Vernachlässigung und wann immer ein Kind geschlagen wird, weil es beispelsweise zu spät nach Hause kam , ist ihr Einfluss wahrscheinlich. Ihr Eispalast gleicht im Inneren einer Ruine, zerstört von all ihren Wutausbrüchen, voller kalter, scharfer Splitter und ihre Diener sind die Eisgnome. Überall in der frostigen Kirche finden sich Kristalle, die die verwandelten Seelen von Kindern sind.

Kabaelza – König der Faulheit (Ein gebrochener Avatar des Demagogen)
Kabaelza war einst der erste Avatar des Demagogen im Unsichtbaren Rat und hat nun, nach seinem Fall, den Geist eines Zweijährigen. In seinem Reich am Fuße eines Vulkans inmitten eines Labyrinths aus Lavaströmen schreit er unablässig mal mehr, mal weniger verständliche Befehle und all die Kinder, für die die anderen Könige keine Verwendung mehr hatten, bekommt Kabaelza. Aber wie es mit Kindern so ist, machen sie schnell etwas kaputt und so hat Kabaelza schon einige Kinder gebrochen – teils versehentlich, teils aus purer Langeweile und dem Zorn, nicht beachtet zu werden. Sein Einfluss in der Welt wird beispielsweise deutlich durch Kinderarbeit oder überforderte Kinder, die mit gerade acht Jahren auf ihr Babygeschwisterchen aufpassen sollen, während die Eltern sich in der Disco vergnügen.

Baba Yaga – Königin der Völlerei (Ein gebrochener Avatar der Mutter)
Diese Hexe ist immer hungrig und ernährt sich vom Fleisch unschuldiger Kinder. Sie lebt im düsteren Forst in einem Haus auf Hühnerstelzen, wo sie auf einem Stuhl aus Knochen thront. Überall hängen Fleischstücke in dem Haus und die Kinder sitzen in knöchernden Käfigen. Zu Lebzeiten, bevor sie diese Welt verließ und schlußendlich eine Königin wurde, verbrannte man sie und sie verfluchte die Menschen und schwor, sie würden noch kennen lernen, was dieser Hunger bedeute. Entsprechend diesem Schwur stehen Leute, die ihre Kinder an Haustiere verfüttern, sie vergiften oder schlimmeres unter dem Einfluss Baba Yagas. Sie ist die einzige Königin, die nicht zuvor in den Unsichtbaren Rat aufstieg, sondern sofort ihre Nische im „Land unter dem Bett“ einnahm.

Pan oder auch der Schänder – König der Lust (Ein gebrochener Avatar des Händlers)
Er regiert vom „Spielplatz gleich hinter dem Schulhaus“ aus, wie seine Domäne genannt wird. Es sieht dort aus wie es auf einem modernen asphaltgedeckten grauen Spielplatz mit Schaukeln, Rutschen und einem schlammigen Sandkasten. Man kann dort auch Kinder sehen, aber ohne das Lachen, ohne Mimik, ohne Spiel, fast bewegungslos. Der Schänder ist es, der verantwortlich gemacht werden kann für Päderasten-Ringe, für den klassischen Mann, der Bonbons verschenkt oder Kinder angeblich nur einfach ein Stück in seinem Auto mitnehmen will .

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