König Latte

„Scheiße… alles… Scheiße…“ Eigentlich eine Phrase welche alltäglich von irgendwelchen Suizidgefährdeten Teenies daher gesagt wird, weil sie ihrer ach so geliebten Boyband nachtrauern, welche sich zum x-ten male auflösen wollen. Aber dieses tragisch gesprochene Wort Scheiße, es kam nicht von irgendeinem x-beliebigen Gör, es kam von einem erwachsenen Mann. Es kam von einem alten Mann mit einem riesen Schwannek. Ein Mordsding war das. Schon zur Zeiten der STILWBB hatte dieser enorme Riemen die Massen bewegt. Und jetzt? Mittlerweile war es still geworden um den größten Prügel der NWA, vor dem sich einst Nakedman ehrfürchtig verbeugte. Er hatte sich zurück gezogen. Keine NWA mehr. Keine Pornodrehs mehr… na ja… nicht mehr sonderlich viele Pornodrehs mehr… was nicht heißt das die Castings nicht vom Chef höchstpersönlich durchgeführt worden sind… aber na ja… im Vergleich zu den guten, alten Tagen war es still geworden, ja, man konnte beinahe sagen der „Porn Star“ war sesshaft geworden.

„Laaaangweilig…“

Irgendwie konnte einem der Anblick leid tun. Nun ja, viele werden sich jetzt fragen weshalb man Mitleid mit einem scheiße reichen Porno Millionär haben sollte, der alles haben kann was er will und nicht nur von einer heißen Braut umgeben wird, aber die Begründung ist doch so einfach: Es ist einfach der gute alte Les. Jeder mag ihn, jeder liebt ihn, hey, mal ganz ehrlich, wer kann ihm schon böse sein? Irgendwer? Na? Ihr könnt ruhig ehrlich sein? Irgendwer aus der letzten Reihe vielleicht?

Stimme 1 aus der letzten Reihe: „Nein.“

Stimme 2 aus der letzten Reihe: „Nö.“

Stimme 3 aus der letzten Reihe: „Nope.“

Dann ist ja gut. Wo waren wir? Genau, Mitleid. Er machte einfach nicht den glücklichsten Eindruck. Beinahe leblos verharrte er in dem fürchterlich bequem aussehenden, schwarzen Ledersessel, über welchem ein mit Echtheitszertifikat verziertes Bärenfell mit der Aufschrift „YOGI“ hing, dem furchtbar teuren Whiskey in dem nicht minder teuren Glas in der Hand und mit der brilliantbesetzten Sonnenbrille auf der Nase. Es schien fast so als sei er müde geworden. Müde von dem mittlerweile eingetretenen Alltagstrott. Es schien ihm etwas zu fehlen und das waren nicht die aufgespritzten, künstlichen Lippen welche seinen… ZENSIERT …und dabei gierig… ZENSIERT …auf und ab ging der Ritt wobei ihre… ZENSIERT …“hohoho, holla die Waldfee“ konnte man da nur noch sagen, bis letztendlich zur Krönung der Finale… ZENSIERT … jaha, und das alles gibt es auch auf Video. Man, alleine diese Erzählung verursacht doch schon einiges. Auf jeden Fall war es nicht diese Sache die ihm fehlte, es war etwas anderes. Nichts belangloses scheinbar, sonst würde es ihm nicht so auf das Gemüt schlagen.

„Ich vermisse einfach die gute alte Zeit… Ed… Skiba… die Olsens… das Llama… das waren noch Zeiten. Als die Milchbubis noch mit dem Paddel nach Hause getrieben wurden, als ein Name allein reicht um Armeen von Gegner zu vertreiben… hach, wie ich es vermisse…“

Les und Wrestling? Will der alte Sack etwa wieder in den Ring? Erinnern wir uns kurz: Les war einer der erfolgreichsten Wrestler der NWA. Rekordhalter des NWA Iron Man Titels, welchen er gleich zwei mal hielt. Dazu zeigte er in unzähligen Matches welche klasse er besitzt und dann wurde es ruhig… bis zu seinem glorreichen Cumback: STUDIO 69… gut, okay, es ging in die Hose. Ein Flopp, ja, ja, hackt ruhig drauf rum. Es war einfach nichts für Les, mit einem FSK 14-Format zu arbeiten. Ist das nicht verständlich?

Stimme 2 aus der letzten Reihe: „Eher peinlich.“

Stimme 1 aus der letzten Reihe: „Äußerst blamabel.“

Stimme 3 aus der letzten Reihe: „Nope.“

Kleiner, fetter, hässlicher Indianer mit Torte in der Hand: *Tortenschmeißgeräusche*

Mh, Schwarzwälderkirsch… mjamjam… zugegeben, manch einer würde sich nach so einer Aktion nicht wieder hertrauen, aber Les war eben einzigartig. Unkopierbar. Unerreichbar. Omnipotent! Und es scheint so als würde es Les wieder zurück ziehen… zurück in die NWA.

„Ich fühle mich alt… ich spüre wie mein Haar ergraut… wo ist die Reiterin auf dem Schwannek… wo ist die Magd die das Horn bläst… ich vermisse all dies… ich spüre meine Kräfte schwinden…“

Plötzlich schwingt ein verdreckter Waldläufer die aus dem nichts erscheinenden, riesigen Pforten auf, sein Gesicht verdeckt von einer Kapuze, nur sein Bart zu erkennen. Langsam nähert er sich König Les I. von Spermville. Er kniet sich zu Füßen das glorreichen Meisters des Pornofilms, öffnet seinen Gürtel und präsentiert dem König sein… Schw… Schw… Schwert. Er reicht es dem „König“ und verbeugt sich ehrfürchtig.

Waldläufer: „König… ich bin gekommen um euch eine Botschaft zu überbringen… mein Name ist Anus, aus Kimmental, auch bekannt als Höhlenforscher. Ich soll Nachricht schicken von Graf Hooker. Geht nach Blasihnhart und fragt nach Latte, er wird euch helfen können…“

Kaum ausgeredet schwingt sich der Waldläufer auf ein dahergerittenes Pferd, welches von einer barbusigen Elfenmaid an den Zügeln gehalten wird (und zwar nur an den Zügeln, nirgendwo sonst) und gemeinsam reiten sie von dannen. Zurückgelassen sitzt er da am Kamin… verwirrt dreinblickend und plötzlich ein gleißendes Licht aus dem Kamin. 2, 3, vielleicht auch 9 Sekunden später ist alles dunkel. Schwarz ist es, schwärzer wie die Nacht nicht sein könnte. Stille.

Stille.

Stille.

Stille.

Stille.

Ställe.

Stille.

Psssst.

Schweigen.

Stille.

Nichts als Stille.

Urplötzlich ein Knall, ein dumpfer Aufschlag, es wird wieder heller und was müssen wir da erblicken? Der Porn Star, eingehüllt in seine Bettdecke. Um ihn herum drei schlafende Schönheiten, alle nackt wie Gott sie schuf. Doch woher dieser Schlag, dieser dumpfe Aufprall? Russell reibt seinen Kopf…

„Nur ein… Traum…?“

Nur ein Traum? Ja… es ging ihm seit Monaten hervorragend, er konnte nicht klagen es ging ihm einfach gut. Die Wirklichkeit war das genaue Gegenteil des Traums. Laut lachte er, hahahihihoho, ja, so in der Art zumindest. Es war ein Traum. Er hatte keine Sehnsucht nach der NWA, er hatte keine Probleme im Leben, er war, was er war. Ein verdammt reicher Porno Millionär. Man(n) könnte nicht glücklicher sein. Doch, oh Schreck, was ist dort hartes zwischen seinen Beinen? Er greift sich in den Schritt, ist es doch nicht das selbe Gefühl wie sonst. Etwas verängstigt holt er etwas hervor… eine Schriftrolle… uralt und stark vergilbt… er rollt sie vorsichtig auseinander und kann folgende Zeilen lesen:

„Sucht nach Latte, König, er wird euch helfen.

gez. Anus aus Kimmental“

Beängstigend, dieser Traum… oder… war es vielleicht doch kein Traum…

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