Das Hotel Monteleone

Im Rahmen meiner Fünfziger Jahre Kampagne stiessen die Charaktere auf ein Hotel in News Orleans und konnten den Geist einer ermordeten Voodoo-Priesterin befragen. Als Inspiration diente folgendes historisches Gebäude.

Erbaut im Jahre 1886 bietet dieses historisch sehenswerte Hotel im Herzen New Orleans einen hervorragenden Service sowie eine exzellente Lage im French Quarter, in der weltberühmten Royal Street. Das 16-stöckige Hotel besitzt 570 Zimmer, die in Erdtönen gehalten mit vergoldete Spiegel, Zierleisten und hohen Decken die Eleganz vergangener Zeiten konserviert. Aus den Zimmern der  oberen Stockwerke fällt der Blick auf den Mississippi oder das French Quarter.

 

Das Hotel galt als Lieblingsplatz von Autoren wie Tennessee Williams, William Faulkner und Truman Capote und viele Gäste genossen ihren Aufenthalt so sehr, dass sie länger bleiben mochten. Manche blieben für immer! Denn das Hotel Monteleone ist dafür bekannt, dass hier über die Jahrzehnte mehr als ein Dutzend gutartige Geistererscheinungen dokumentiert wurden. Die International Society of Paranormal Research (ISPR) hatte dabei 2003 verschiedene Geister namentlich identifiziert: „Maurice„, ein etwa zehnjähriger Junge aus dem 19. Jahrhundert, der auf dem Flur in der 14. Etage mit einem unbekannten Geist Verstecken spielt; „Red„, ein ehemaliger Ingenieur des Hotels, der immer noch dem Hotel dienen will; „Solemn John„, ein verzweifelter Geschäftsmann aus Tennessee, der sich in den 1920er Jahren das Leben nahm und „Poor Helen„, die denkt, sie sei  immer noch am Leben. Angeblich gibt es da noch einen namenlosen Jazzsänger, der mitten in der Nacht einen traurigen Blues zelebriert und ein kleines Kind, das um Hilfe bittet, einen an die Hand nimmt und tief in die Augen schaut, bevor es sich plötzlich in Luft auflöst.

Ein besonderes Schmuckstück des Hotels ist die dunkle schwere Wanduhr, die in der Lobby steht. Angeblich erscheint hier regelmäßig der Uhrmacher, der sie im Neunzehnten Jahrhundert gebaut hat, um nächstens an ihr zu arbeiten. Hier liegt auch das Geheimnis des Hotels begraben: Im okkulten Untergrund existiert seit langem die Geschichte, dass es sich bei diesem Uhrmacher um den wissbegierigen Mechanomanten Basil Zacharides handelt, der versuchte ein mächtiges Konstrukt zu bauen, die die Seelen von Menschen nach ihrem Tod auf Erden zu hält (und damit schamlos die Entropomantenformel „Totenkäfig“ imitiert). Niemand hat bislang versucht, die Uhr von der Stelle zu bewegen, an der sie 1888 aufgestellt wurde. Das liegt nicht nur an ihrem enormen Gewicht, sondern vor allem daran, dass sie mit dem Boden über unzählige Kabel verbunden ist, die von hier aus unauffällig mit dem Gewirr der Stromkabeln in den Wänden des Hotels verschmelzen, denn das Monteleone hatte eine der ersten elektrischen Lichtanlagen des Landes. Eine Besonderheit, da Elektrizität erst seit der Weltausstellung von 1884 in das New Orleanser Bewusstsein getreten war.  Die Kabel tragen zusätzlich in lateinischer Schrift verfasste Bannsprüche, die ein Netz um das Gebäude spannen und die Geister zurückhalten. Das stetige Pendeln der Uhr hält die Geister (oder wenn man dem Unknown-Armies-Regelbuch Glauben schenken mag: Dämonen) ruhig, so dass sie keine Gefahr für die Menschen darstellen. Sollte es jemals dazu kommen, dass die Uhr aufhört zu schlagen, so dauert es so viele Stunden wie ein Dämon Seelenwert besitzt, bevor er sich seines Egos erinnert und von seinem marionettenhaften Tun ablässt, um sich einen neuen Körper unter den Hotelgästen zu suchen.

Doch bis dahin folgen Sie mir in die Bar und nehmen Sie doch einen Cocktail aufs Haus!

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