Musik aus dem Glass Haus

Philip Glass wurde am 31.  Januar 1937 in Baltimore (USA) geboren, wo sein Vater mit Schallplatten handelte – was das bereits musikbegeisterte Kind auch stark beeinflusste: als Zehnjähriger sammelte er erste Orchestererfahrungen in seiner Heimatstadt. Seine frühen Studien in Chicago beinhalteten allerdings zunächst die Mathematik und Philosophie, bevor er sich wieder intensiv der Musik, vor allem der Zwölftontechnik, widmete.

Die afrikanische und asiatische Musik bot ihm  Inspiration: er lernte den Sitar-Virtuosen und Komponisten Ravi Shankar kennen, dessen Filmmusik zu „Chappaqua“ er in westliche Notation übertrug. Und gleichzeitig übertrug er eine starke Affinität zur asiatischen Musik auf sich selbst: Er reiste nach Indien, ins Himalaja-Gebiet und gleich auch noch nach Nordafrika.

Neben Orchesterstücken für ein klassisches Publikum, komponiert er immer wieder für Filme. Und hier zeigte sich, dass seine Musik und die Stimmung, die sie erzeugen kann für eine besondere Art von Film geeignet, dem surrealen fantastischen Film:  Sein Oeuvre umfasst den Clive Barker Klassiker „Candymans Fluch“ (Teil 1 & 2), „Die Truman Show“ , Stephen KingsDas geheime Fenster“ oder „The Illusionist“, aber auch eine neue Partitur für den Horrorfilm-Klassiker Dracula von 1931. Auch in seinen Nicht-Soundtracks liefern fantastische literarische Werke von Edgar Allan Poe und Franz Kafka oder das Leben des Echnaton Vorlagen für Kompositionen.

Philip Glass wird immer wieder in Verbindung gebracht mit dem Begriff „Minimal Music“, die auch oft als eine postmoderne Musik charakterisiert wird. Diesen Begriff lehnt er selbst aber inzwischen wieder ab, besser trifft es zu, wenn man seine Musik anders beschreibt: repetetive Musik passt etwas besser. Schier unendliche Wiederholungen und Variationen eines Minimums an musikalischen Material entwickeln eine meditative und/oder unheimliche Sogwirkung, die nur gelegentlich von kurzen erläuternden Textpassagen, so genannten „Kneeplays“, unterbrochen wird. Wer das Hauptstück aus der Carmina Burana kennt, hat einen Eindruck.

Auf seiner Homepage kann man viele Stücke von ihm anhören, und das mit einem sehr interessanten Programm oder man nutzt die Glassengine und spielt mit seinen Stücken.

Um sich Stücke von Philip Glass anzuhören, muß man schon bereit sein, sich etwas gedanklich zu öffnen, man muß bereit sein, sich auf neues Terrain zu wagen, aber man wird dann auch belohnt.

 

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