Napoleons Hand

Zu Mary Shelleys 215. Geburtstag

Der Anfang des 19. Jahrhunderts gilt allgemein als der Anfang des Zeitalters der Elektrizität. Einerseits zum wissenschaftliches Interesse aber andererseits auch zur Volksbelustigung wurden tote Körper mittels Stromstöße kurzzeitig zum Leben erweckt. Mit Alessandro Voltas bahnbrechenden Apparatur konnten Spannungen bis zu 100 Volt erzeugt werden, was völlig ausreichte, um damit an toten Tierkörpern ebenso wie an menschlichen Leichen Muskelbewegungen auszulösen.

Um 1800 entging auch Napoleon Bonaparte, dem späteren Kaiser von Frankreich, nicht, dass die Elektrizität ein sehr viel mächtigeres Fluidum sein müsse, als je gedacht. Ein Stoff, verantwortlich für organische und anorganische Reaktionen, antagonistisch aus zwei gegeneinander wirkenden Komponenten zusammengesetzt, ein „napoleonisches“ Fluidum. Er brachte den französischen Naturforscher Baron de Cuvier, dessen Arbeiten über urzeitliche Tiere Informationen über den Bauplan des Lebens versammelte, und die Freimaurer Henri-Louis Baptiste und Andre-Marie Ampere, der eine ein Schüler des Ungarn Wolfgang von Kempelen, dem Erfinder des Schachtürken, der andere ein junger Physiker des Académie française, zusammen. Baptistes Wissen über Mechanomantie brachte den entschiedenen Durchbruch. Sie entwickelten ein System mit dessen Hilfe totes Gewebe im Zusammenspiel mit Drähten, Schrauben und hinreichender Elektrizität wieder lebendig wurde.

Mit Schrecken stellten die Wissenschaftler jedoch bald fest, dass dies einen hohen Preis hatte: All ihr Wissen verschwand aus ihrem Gedächtnis, sobald sie eine solche Apparatur geschaffen hatten. Ihre Aufzeichnungen erwiesen sich als ungenügend, und so mussten sie manche Prozedur immer und immer wieder neu erfinden. Und dann die Erkenntnis, dass auch Erinnerungen aus ihrem privaten Umfeld verschwanden, Cuvier beleidigte aus Versehen mehrere Kollegen und verlor an Ansehen, während  Ampere im wahrsten Sinne der Worte Frau und Kind vergaß. Voller Schrecken brachen sie sämtliche Arbeiten ab. Glücklicherweise waren Napoleons Prioritäten zu dieser Zeit durch den anstehenden Russlandfeldzug eh an anderer Stelle. Zuvor allerdings schufen die Männer ein einmaliges Artefakt.

Es war ein Staatsgeheimnis, dass Bonaparte 1809 während einer Schlacht nahe Regensburg nicht nur Verletzungen an den Beine davon trug, sondern dass auch seine rechte Hand stark in Mitleidenschaft gezogen war. Seine Ärzte waren sicher,  dass er sie nie wieder benutzen konnte. Doch schon wenige Tage später wurde ein Mann namens Henri-Louis Baptiste in das Lager gerufen und Napoleon verließ sein Zelt – nach einer Nacht voller Schmerzensschreie und Flüche –  vollkommen wieder hergestellt. Er verbarg sie seitdem zwar immer wieder in seiner Brusttasche, aber Zeitzeugen berichteten, dass die Hand unversehrt, wenn auch sehr kühl war.

„Ich will seziert werden“, soll Napoleon kurz vor seinem Tod am 5. Mai 1821 seinem Leibarzt ins Ohr geflüstert haben. Einen Tag später obduzierte der Arzt Francesco Antonmarchi den Leichnam, weigerte sich jedoch später, das Obduktionsprotokoll zu unterzeichnen. Zwanzig Jahre nach seinem Tod wurde sein Leichnam am 15. Oktober 1840 exhumiert und von der Insel St. Helena zurück nach Frankreich gebracht. Dort wurde er im Invalidendom in einem fünffachen Sarkophag feierlich aufgebahrt. Doch schon bald begannen die Spekulationen , ob es sich bei der Leiche tatsächlich um die sterblichen Überreste des legendären französischen Kaisers handelt. 2002 stellte der französische Kulturminister Jean-Jacques Aillagon den Antrag, das Rätsel mittels eines Gentest zu klären, berichtete damals die Zeitung „Liberation“. Doch das Dementi folgte auf dem Fuße: Er habe lediglich eine Prüfung veranlasst, inwieweit sein Ministerium überhaupt zuständig sei.

Napoleons Hand
Napoleons Hand [starkes Artefakt]

Larry Eason war ein durchschnittlicher Verkäufer von Camping Ausrüstungen in einer Kleinstand im Mittleren Westen der USA bis zu dem Zeitpunkt, als ihm ein unbekannter Onkel eine altmodische Ledertasche vermachte. In ihrem Inneren fand sich in mehreren Öllappen eingeschlagen eine fast skelettierte Hand mit Drähten und Schrauben durchzogen. Der Geruch von Formaldehyd verschlug ihm den Atem, doch noch mehr verstörte ihn der Anblick der langsamen Fingerbewegungen, die die Hand vollführte. Larry behielt die Nerven und erinnert sich an einen bärtigen Mann, der ihm mal im Suff erzählt hatte, dass er „seltsame Dinge“ sammelt. Innerhalb eines Monats fand er einige „Freunde“ im okkulten Untergrund, die gemeinsam eine Auktion organisierten, um die „Hand“ meistbietend zu versteigern.

Auswirkung: Napoleons Hand an sich hat keine besonderen Fähigkeiten, doch jeder Mechanomant, der sie in seinem Besitz hat, wird einen Quantensprung in seinen Forschungen erfahren. Ob sich dies in einer einmaligen Steigerung seiner Adeptenfähigkeit oder im Erhalten einer mächtigen Ladung manifestiert, entscheidet der Spielleiter. Zudem generiert das Artefakt natürlich laufend übernatürliche Effekte. Besonders auffallend ist das regelmäßige Erscheinen eines geisterhaften Kleinwüchsigen in altertümlicher roter Kleidung, der im Augenwinkel des Besitzer auftaucht und heiser flüsternd auf Französisch Warnungen über zukünftige Unglücksfälle ausstößt.

 

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