PJ Farmer

Philip José Farmer (1918-2009) gehörte zu den bekanntesten Science-Fiction-Autoren der Gegenwart. Als Kind verschlang er die Romane von Jules Verne, Edgar Rice Burroughs und Arthur Conan Doyle, aber auch Pulp-Magazine wie »Science Wonder Stories«, die für seinen Stil prägend waren. Neben seinen Tätigkeiten als Elektriker und Kinokartenabreißer schrieb er zunächst Kurzgeschichten bis er im Romane-Zyklus seine bevorzugte epische Form erkannte. Mit »Die Welt der tausend Ebenen« und dem »Flusswelt-Zyklus« erlangte er Weltruhm und ließ Charaktere wie Richard Francis Burton, Mark Twain, Cyrano de Bergerac aber auch Hermann Göring durch seine Romane spazieren.

PJFARMER1975 

Doch er schrieb nicht nur fantasievollen Pulp, sondern hatte auch eine sehr dunkle Seite.

Schon mit seiner zweiten veröffentlichten SF-Story »The Lovers« erwarb er sich den Ruf eines Tabubrechers, da er die Liebe zwischen einem Erdenmann und einer Außerirdischen ausführlich schilderte. So wurde er bis in die Sechziger Jahre von amerikanischen Zeitschriften ein um das andere Mal mit Kommentaren wie »abstoßend« und »widerlich« abgelehnt.

Ein gutes Beispiel ist seine erotische Romanreihe, die aus den Büchern »Image of the Beast« und »Blown« besteht.

Los Angeles leidet seit Tagen unter Smog, so dass der Privatdetektiv Herald Childe, kaum noch die Hand vor Augen sehen kann. Durch seine Kontakte bei der Polizei bekommt er einen Snuff-Film vorgeführt, in dem gezeigt wird wie seinem Partner das Geschlechtsteil von einer mysteriösen Frau abgebissen wird. (Wie sich später herausstellt lebt eine symbiotische Schlangenkreatur mit dem Gesicht von Gilles de Rais in ihrer Vagina.) Da es noch weitere Opfer gibt, beginnt Childe in diesem Fall zu recherchieren.

Die Spur führt zu einer gut bewachten und weitläufigen Villa in Beverly Hills, in der eine tote Mexikanerin spukt. Hier gibt es auch Werwölfe und andere Gestaltwandler. Der Besitzer der Villa, eine Mann, der sich Baron Igescu nennt, ist bereit, ein Interview zu geben, doch Childe wird ein „Opfer“ der sexuellen Gelüste der mehr oder minder paranormalen Hausbewohner, tötet einige von ihnen und zündet die Villa an.

Im zweiten Teil »Blown« kommen zu all dem noch einige Men in Black dazu, die sich als Außerirdische vorstellen und der Gral. Außerdem hat der real existierende Forest J Ackerman (exzentrischer SF-Fan-Boy und Erfinder von Vampirella) einen längeren Gastauftritt.

Für das Unknown Armies Ohr klingt dies wie eine Melange aus Satanisten, WiedergängerCinemanten und tantrischen Ritualmagiern im Kalifornien der Siebziger mit einem Soundtrack gemischt aus den Gesängen von Anton Lavey und dem Rock von Blue Oyster Cult. Vielleicht eine Gelegenheit Philip José Farmer nochmal neu zu entdecken…

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