Review: Hellblazer (Comic)

John Constantine ist der Hellblazer

Bereits in den 1980er Jahren entwickelte Comic-Autor Alain Moore (Watchmen, From Hell, League of Extraordinary Gentlemen, V wie Vendetta) die Figur John Constantine. John war anfangs bloß ein Side-Kick zu „Swamp Thing“, ein undurchsichtiger Fremder, der gelegentlich auftauchte, ein paar schlaue Sachen sagte, und wieder verschwand. Da er jedoch relativ populär beim Publikum war, entschied sich der Verlag nach einigen Jahren, ihm eine eigene Serie zu widmen, die seither erfolgreich beim US-Label Vertigo erscheint.

Verschiedene Comic-Künstler wie z.B. Brian Azzarello (100 Bullets) , Dave McKean (Die Schwarze Orchidee ), Garth Ennis (Preacher), Dave Taylor (Judge Dredd), Mike Carey (Lucifer), Tim Bradstreet (Shadowrun; Vampire: The Masquerade), Jamie Delano (Animal Man), Neil Gaiman (Sandman, Bücher der Magie), David Lloyd (V wie Vendetta), Peter Snejbjerg (Starman) und Warren Ellis (Transmetropolitan) haben sich den Abenteuern von John Constantine angenommen und sie in verschiedenen Comics in Szene gesetzt.

Während dem Verlag Schreiber und Leser die Ehre zukommt, den kettenrauchenden Straßenmagier John Constantine nach Deutschland geholt und erstmals verlegt zu haben, wird nach der Vertigo-Komplettlizenzübergabe Hellblazer seit 2007 von Panini herausgegeben.

Wer ist John Constantine?

John Constantine ist ein kettenrauchender Brite mit großer Ähnlichkeit zum Musiker Sting bzw. dessen Figur Ace im Film Quadrophenia aus dem Jahr 1979. Er trägt einen schmutzigen Trenchcoat und eine schlechtgebundene Kravatte. Er ist ein Magier aus der Arbeiterklasse, ein notorischer Einzelgänger, ein Dieb, ein Betrüger, ein ehemaliger Punk.
Constantine ist abwechselnd ein totaler Bastard, ein Säufer, ein Trickster, ein Adrenalin-Junkie, und manchmal, wenn keiner hinschaut, ein netter Kerl. Er verabscheut Gewalt und vor allem Schusswaffen. Er hat keine Superkräfte, sondern nur seinen scharfen Verstand, ein kleines bißchen Magie, und einen Ruf, um den ihn Aleister Crowley beneiden würde.
Arroganz und Sarkasmus zeichnen ihn aus. Unzählige Male spaziert er auf den Pfaden zwischen Himmel und Hölle, tanzt am Rande des Vulkans. Seine Gegenspieler sind manchmal Dämonen, manchmal Erzengel. Meistens hat er es jedoch mit Seinesgleichen zu tun, mit Menschen.

Die Welt von Hellblazer ist dabei wie ein Blick hinter die Kulissen der Wirklichkeit. Seit er in seiner Jugend begann, sich mit Magie zu beschäftigen, wandelt Constantine auf Wegen fernab der normalen Welt. Lust am Risiko und der Wunsch nach Macht haben ihn dazu getrieben, in jungen Jahren die dunkle Kunst der Magie zu erlernen. Inzwischen ist er ein reumütiger Sünder, ein Magier, der am eigenen Leib erfahren hat, was überirdische Macht anrichten kann. Auf seinem Weg ist er einsam geworden. Regelmäßig tauchen die Geister von toten Freunden auf und verfluchen ihn. John versucht sich einzureden, nichts mit ihrem Unglück zu tun zu haben und streitet jede Schuld ab. Inzwischen ist sein einziger zuverlässiger Wegbegleiter ein schlechtes Gewissen.

Hellblazer und Unknown Armies

Die Geschichten in Hellblazer werden dreckig und unverschämt und vor allem lässig erzählt. Sie sind ein Beispiel für puren Horror, ohne diesen auf den blanken Effekt zu reduzieren.
In ihnen geht es unter anderem um: die Erlebnisse eines Vietnam-Veterans, der für seine Kriegsverbrechen büßen muß; um eine Monstrosität, geborenen aus Skinheads und Hooligans; um Hobby-Satanisten; um einen Psychotrip durch die USA, inklusive Begegnung mit Geistern von Indianer und toten Präsidenten; um das Überleben in einem Südstaatenhochsicherheitsknast und um Yuppie-Dämonen.

Spätestens bei dieser Aufzählung ist zu erkennen, wie gut John Constantine in die Welt von Unknown Armies passt. Laut Regelwerk wäre er wohl ein Ritualmagier, doch in all den Comics wird eigentlich niemals klar, wieviel Magie John eigentlich beherrscht. Mal wird er als relativ mächtig hingestellt, dann wieder als jemand, der eigentlich immer nur blufft und zufälligerweise eine Ausgabe des höllischen Telefonbuches besitzt.

Nutzt er Magie, so ist diese typisch für den okkulten Untergrund: Für ein Ritual muss Constantine eine „Haarlocke in Eden vergraben“, seinen Freund während eines Voodoorituals magische Bannzeichen eintätowieren und um Seelen in der Hölle zu erkennen, werden diese per Handy kontaktiert und leuchten darauf. Alles reichlich postmodern.

Kurz, die Hellblazer-Stories sind eine Fundgrube an okkulten Wahrheiten für den geneigten UA-Spielleiter und wie John Constantine schon sagte: „Wer keine Angst vor der Wahrheit hat, kann einfach nicht lügen.

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