Sterntaler

Und wie es so stand und gar nichts mehr hatte, fielen auf einmal die Sterne vom Himmel, und waren lauter blanke Taler.
– Gebrüder Grimm
Die Sterntaler

Klar, die Story kennt jeder: Armes Mädchen kommt zu Geld und lebte glücklich auf ewig und wenn es nicht gestorben ist…bla…bla…bla. In dieser Geschichte regnen keine Sterne vom Himmel, aber dafür ein Haufen fetter Goldmünzen. Und das Mädchen wurde auch nicht besonders glücklich mit den Talern, denn die Taler sind ziemlich begehrt vom Bösen Wolf, den sieben Zwergen, der Stiefmutter und noch ein paar anderen Freaks. Aber eins nach dem anderen.

Auf der Straße

Das Waisenkind Nathalie Star war gar nicht glücklich im staatlichen Waisenhaus für Mädchen und Jungen. Ihre Mutter war schon lange tot und auch wenn ihr Vater sie sehr liebte, so war ihre Stiefmutter doch eine böse Hexe. Und als ihr Vater starb, brachte die Stiefmutter sie ins Waisenhaus um sich unbeschwert einen neuen Kerl zu angeln. Also lief die Kleine weg und schlug sich auf der Straße durch. Das ist für ein Mädchen von zehn Jahren eine ziemlich harte Angelegenheit vor allem im Winter. Ein Haufen Schnorrer lungert zwischen den Mülltonnen und in den U-Bahnstationen herum. Ein alter Säufer klaute Nathalie ihre Schokoriegel. Eine Bande von indischen Straßenkindern mit gelb-roten Schals klaute Nathalie ihre rot-gelbe Cappie und der Taubenmutter konnte sie gerade noch so entkommen, aber ihre Jacke musste sie der dreckigen Vogelfrau überlassen.
Das sah alles schon ziemlich düster aus und die Cops suchten die Kleine auch noch, weil ihr Bett im Waisenhaus ja diesem Abend leer blieb. Also versteckte sich Nathalie im Wald, da sie wusste, dass die Cops bei der Kälte ihre beheizten Streifenwagen nicht verlassen würden. Und hier fielen ihr die Sterntaler in die Hände.

Geldregen

Die Sterntaler wurden aus einer Höhe von 376,34m aus einer kleinen Cessna abgeworfen. Sie bestehen aus 90% Gold und 10% Kupfer und wurden 1933 geprägt. Sie gehören zu den Talern die auf „zauberhafte“ Weise der Einschmelzung entgangen sind, denn der 1933er Double Eagle ist die begehrteste Münze unter allen besessenen Sammlern.

1933 Double Eagle
Roosevelt brauchte während der mageren Zeit in den 30er Jahren viel Kohle für sein Präsidentenreich und da gerade kein Zwerg zur Hand war der Stroh zu Gold spinnen konnte, verbot der gewählte König von Amerika kurzerhand den Privatbesitz von Gold. Nur Schmuck und Sammlermünzen waren dem gemeinen Volke erlaubt. Tag und Nacht glühten die Öfen des Präsidentenreiches und Barren um Barren verließen die Goldschmelzen. Man sagt die Arbeiter hatten goldene Handflächen, weil das Gold tonnenweise durch ihre Finger ging. Die Sammlermünzen des Jahres 1933 wurden von staatlicher Seite gar nicht mehr ausgeliefert, sondern gleich eingeschmolzen.
Doch da war ein Mann der sich der Macht des Präsidenten widersetzte. Seine Kraft war nicht übermenschlich, aber er nutze sie um einige Münzen zu retten. Offiziell sollte es nur zwei Münzen geben (zu finden in der Schatzkammer des Präsidenten im National Museum of American History), aber der geheimnisvolle Goldliebhaber rettete eine unbekannte Anzahl der 1933er Taler. Präsidenten kamen und gingen und das Königreich wuchs und mehrte seine Reichtümer. Die mageren Jahren waren dahin und die Münzen waren vergessen… Doch ab und an tauchte irgendwo eine dieser Goldtaler auf, als wäre ein Stern vom Himmel gefallen. Man weiß bis heute nicht wie viele Double Eagle im Umlauf sind, man weiß nur das es die teuerste Münze der Welt ist: 7.590.020 Dollar pro Taler zahlte ein verrückter Sammler.

Die kleine Nathalie hatte Glück, dass der Beutel mit den Talern ihr nicht den Schädel zertrümmerte, den er schlug ein ziemliches Loch ins Gras. Wer die Münzen abgeworfen hatte wusste sie nicht und was sie da gefunden wusste auch nicht so recht, aber immerhin glänzten die Münzen im Mondlicht. Doch auch wenn die Münzen bestimmt einiges Wert waren, so war es doch bitterkalt und Nathalie wünschte sich eine feste Winterjacke, einen Spoonge-Bob-Schlafsack und dazu noch eine weiche Hello-Kitty-Decke. Und *plop* lagen die Sachen vor ihr. Die Kleine bemerkte gar nicht wie eine Münze verschwand.

Da sammelte es sich die Taler ein und war reich für sein Lebtag. Oder nicht?!

Gejagt vom Bösen Wolf, den sieben Zwergen und der Stiefmutter

Ein Sack Münzen sind ja schon ganz spannend. Ein Sack Münzen die mehrere Millionen Dollar wert sind, sind auch ziemlich toll. Aber Münzen die Wünsche erfüllen können. Mannomann. Der Okkulte Untergrund war das letzte Mal so aus dem Häuschen als ein Flugzeug am 24.12. mit einem Schlitten über Manhatten kollidierte. So ziemlich jeder hatte irgendwas über die Double Eagle gehört und wollte sie in die Finger bekommen und drei „Leute“ waren ziemlich nah dran:

Der große böse Wolf
Man nennt ihr nur Ed, Kurzform für Edgar. Edgars Stimmbänder mussten entfernt werden und er redet nun mit einem von diesen „Darth Vader Stimmgeräten“. Er isst am liebsten Schweinefleisch und fährt einen VW Lupo. Auslachen tut ihn deswegen keiner. Es hat ihn mal einer deswegen ausgelacht und Ed hat ihn umgepustet. Mit einer 45er.
Ed ist ein zäher Hund wenn es um Verfolgungen geht. Er hat sich im Untergrund einen Namen gemacht als er ein paar Elvis-Klone aufspürte die sich in Memphis rumtrieben. Man sollte den Wolf nicht unterschätzen, er hat eine gute Spürnase und ist der kleinen Nathalie dicht auf der Spur.

Die 7 Zwerge
Vor ein paar Jahren gab es einen Einbruch im Hotel Vier Jahreszeiten. Alle Luxussuiten wurden sauber ausgeräumt. Die Bande bestand aus sieben Liliputanern. Ihr Anführer heißt Dwayne und wenn er nicht gerade Pfeife raucht plant er bereits den nächsten Coup. Er hat von den Münzen gehört und lässt seine Jungs bereits in allen Himmelsrichtungen suchen.
Mit einen von ihnen wird man übrigens leicht fertig (außer er hat eine Knarre dabei), aber sobald drei von ihnen an einem Ort sind, scheinen sich ihre Gedanken irgendwie zu verschmelzen und sie agieren in perfekter Harmonie. Haltet euch lieber fern von den Zwergen.

Die Stiefmutter
Angela Star, geb. Bunkowski ist gar nicht engelhaft, sondern ziemlich teuflisch. Ihr neuer Macker hat sie vor die Tür geschoben. Zu alt. Das Leben ist hart für eine Frau von 35 Jahren. Vielleicht sollte sie es doch noch mal mit Nathalie versuchen? Aber die Tarotkarten sagten Angela ganz klar, dass man sich von dem Kind verhalten sollte. Sollten sich die Karte geirrt haben? Die böse Stiefmutter befragte erneut die Karten und kam zu einer völlig neuen Erkenntnis: Die Kleine hatte ein verdammtes Vermögen gefunden, doch die Gefahr war immer noch da. Doch sollte sich Angela davon wirklich einschüchtern lassen? Schließlich geht es um einen Haufen Kohle und die Karten deuten auch auf „die Erfüllung aller Wünsche“ hin. Was mag das wohl bedeuten? Angela steckte sich jedenfalls ihre Puderdose und die Bleispritze mit den sechs kleinen Engelmachern in die Handtasche und raste los. Die Karten weisen ihr den Weg.

Und was macht Nathalie?
Die kleine ist auf dem Weg nach Los Angeles zu ihrer Großmutter, die vor drei Jahren verstorben ist. Ein Trucker hat sie mitgenommen. Vielleicht sitzt sie gerade in einem Diner, nuckelt an einem Banana-Milkshake und schaut zu den Charakteren hinüber. Ein kleines Mädchen hier, ganz allein? Da muss man doch helfen, oder? Schließlich will sie nur nach L.A. und dahin wart ihr doch sowieso unterwegs.

Draußen hält ein Wagen. Eine Frau im roten Kleid steigt aus. Sie legt Tarotkarten auf den heißen Asphalt und blickt zum Diner.

Ein Zwerg kommt vom Klo, er hat ein Headset und redet unverständliches Zeug: „Ich bin auf die Goldader gestoßen HiHo! Beeilt euch Jungs.“

Die Tür fliegt auf und ein Kerl mit einer 45er kommt rein. „Alles ruhig bleiben, dann passiert keinem was!“ Der Kerl klingt wie eine Mischung aus Darth Vader und einem Rasierapparat.

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