Review: The Midnight Meat Train (Film)

Ich wollte euch diesmal einen Horror-Film vorstellen, der mich seit langem wirklich begeistern konnte.

Leon Kauffman (Bradley Cooper), ein Polizeifotograf mit Hang zum Künstler, fährt eines Nachts mit seiner Kamera ausgestattet mit der New Yorker U-Bahn. Er beobachtet dabei wie einige Jugendliche eine junge, schöne Frau bedrängen. Nachdem er zunächst einige Fotos davon schiesst, schaltet er sich in das Geschehen ein. Kurz darauf verschwindet die Unbekannte vor seinen Augen in einem Zug, er macht blitzschnell noch ein paar Aufnahmen. Am nächsten Tag liest er in der Zeitung, dass es sich bei der Schönheit um ein Model handelt, das seit jenem Vorfall als vermisst gilt und auf seinen Fotos erkennt er, wer für ihr Verschwinden verantwortlich sein könnten. Von nun an rennt er um sein Leben und beschließt herauszufinden, wer dieser Mann (Vinnie Jones) ist und was er mit dieser Frau angestellt hat. Seine Forschungen führen ihn nicht nur tief in die U-Bahn-Schächte unter New York, sondern auch in seine eigene Düsternis.

 

„The Midnight Meat Train“ ist die Verfilmung einer Kurzgeschichte aus Clive Barkers „Bücher des Blutes aus dem Jahre 2008. Regie führte der japanische Kultregisseur Ryuhei Kitamura (Versus, Alive, Azumi), wobei man sich sofort fragt, wie dieser aus einer gerade mal 50 Seiten starken Geschichte einen abendfüllender Spielfilm entstehen lassen konnte.

Auf der technischen Ebene bietet der Film hervorragende Kost: Interessante, mitunter gewagte Kamerafahrten, einwandfreie Spezialeffekte und meisterhaft inszenierte Szenen, so das selbst die brutaleren „Splatter-Sequenzen“ in der U-Bahn wie eine kunstvolle Choreographie wirken, die selbst nie exhibitionistischer Natur sind (wie z.B. bei der SAW-Reihe), sondern die Geschichte am Laufen halten. Ich sage immer gerne, dass es sich wohl um einen der ersten „Arthouse“-Splatterfilme handeln muss.

Der Erfolg wurde ihm leider verwehrt, da die Verleihfirma Lion Gates nur extrem wenige Kopien in die Kinos brachten und keine Werbung machten. So bleibt es an einem die DVD mit sehr interessanten Extras zu kaufen, insbesondere das Interview mit Clive Barker, der auch am Drehbuch mitschrieb, ist empfehlenswert.

Für den Unknown Armies Spielleiter sind, neben der tollen atmosphärischen Darstellung der New Yorker U-Bahn, es wohl die beiden Hauptcharaktere, die Beachtung verdienen:  Der Fotograf Leon Kauffman Mann, der von seiner Besessenheit mitgerissen und an einem finsteren Ort in seiner Seele festgehalten wird. Seine Obsession bringt ihn beispielsweise dazu, dass er erst eine anstehende Vergewaltigung fotografiert, bevor er sich einmischt und führt schliesslich dazu, dass er in die Welt unterhalb der Stadt eindringt.

Und der Berufsmetzger Mahogany, ein stiller Hühne mit streng zurückgekämmten Haaren, einem versteinerten Gesichtsausdruck und einer ruhigen, aber dennoch äußerst gefährlichen Art, der Nacht für Nacht in der letzten U-Bahn sein Unwesen treibt.

 

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