Wie baue ich ein UA-Abenteuer auf?

Die original UA-Autoren haben mit den veröffentlichten Abenteuern Grenzen ausgetestet. Ihr braucht das nicht zu tun. UA ist nämlich im Prinzip ganz einfach: Nehmt ein paar Leute und hetzt sie aufeinander.

Die Charaktererschaffung sorgt dafür, dass die Figuren Obsessionen und Ängste haben – Eigenschaften, die sie automatisch mit anderen Figuren in Konflikt bringen. Erschafft der Spielleiter ein paar Charaktere ganz normal nach den Regeln und sorgt dafür, dass die Eigenschaften in Konflikt zueinander stehen, ist das Abenteuer praktisch schon fertig. Es ist noch nicht einmal nötig einen schlüssigen Grund dafür zu finden, wie die Spielercharaktere involviert werden, denn das Regelbuch sagt: Wer einmal vom okkulten Untergrund gefunden wurde, wird immer wieder gefunden. Zufälle und Leute, die urplötzlich beschließen, dass die Charaktere ihre einzige Hoffnung oder ihre schlimmsten Feinde sind, werden damit jederzeit begründet.

Für ein Abenteuer muss man also eigentlich nur eines tun: Man nimmt eine Kleinigkeit aus dem Regelbuch oder eine selbst entwickelte Idee, überlegt sich, warum Menschen deswegen aufeinander losgehen sollten, baut ein paar Charaktere und spielt los.

Dieses Prinzip hat Ähnlichkeiten zu dem Konzept der Relationship Maps, die Ron Edwards für sein Indie-Spiel “Sorcerer” entwickelt hat. Nähere Informationen findet ihr in einem kleinen Download, den ich vor langer Zeit anfertigte.

Wer gern andere Spielkonzepte ausprobieren möchte, kann dies tun, ohne auf das spezielle UA-Gefühl verzichten zu müssen. Es gibt nur drei kleine Punkte zu beachten:

1. Der Spielleiter sollte ein oder zwei Informationen aus dem Regelbuch einbauen (z. B. einen Adepten oder einen Archetypen).
2. Er sollte beachten, dass es selten eine klare Gut-Böse-Trennung gibt.
3. Der Mensch sollte im Mittelpunkt der Geschehnisse stehen

Eine Kanalisation, eine verlassene Fabrik oder eine im Stausee versunkene Kleinstadt geben beispielsweise hervorragende Dungeons ab, Mordfälle können auf detektivische Weise gelöst werden, und bei einer Monsterjagd könnten die Spieler feststellen, dass das Monster von Menschen erschaffen wurde und diese gestoppt werden müssen. All das ist möglich und versprüht genau den gleichen UA-Charme wie viele andere abgefahrene Geschichten.

Aber eigentlich wurde UA entwickelt, um Leute aufeinanderzuhetzen, und das macht Spaß, ergibt jederzeit spürbare Konsequenzen im Spiel (Denkt dran: Ihr seid schuld!) und ist viel einfacher als man zunächst glaubt. Probiert es aus, ihr werdet bestimmt genauso süchtig danach werden wie ich.

Was meint ihr? Seid ihr anderer Meinung? Habt ihr andere Erfahrungen gemacht? Wie erzeugt ihr euer ganz persönliches UA-Gefühl? Wie immer würden wir uns freuen, davon zu erfahren.

Alle Artikel:

1. Was macht UA aus und wie erzeuge ich seine spezielle Stimmung?
2. Woher bekomme ich Ideen?
3. Wie baue ich ein UA-Abenteuer auf?

Schreibe einen Kommentar

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen